Bund fordert mehr Mitgefühl für Panzerkrebse Hummer sollen nur noch betäubt sterben

Der Bund macht sich für Tiere stark: Panzerkrebse sollen angenehmer transportiert und getötet werden, scheue Tiere nicht mehr in Streichelzoos müssen.

American lobster - Homarus americanus play
Das wird die Hummer freuen: In Zukunft sollen sie besser behandelt werden. Getty Images

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Gourmet-Tempel müssen die Küchen neu organisieren: Hummer, Langusten und Krabben sollen künftig betäubt werden müssen, bevor sie im Kochtopf landen. Das will der Bund mit einer Verordnungsänderung durchsetzen.

Der brutale Umgang mit lebenden Panzerkrebsen gerät zunehmend in die Kritik. Die Tiere werden teils monatelang ohne Nahrung, mit abgebrochenen Fühlern und gefesselten Scheren in Kühlboxen zusammengepfercht, bevor sie zubereitet werden. Das ist weiterhin zulässig.

Transport im Wasser

Mit der am Montag vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vorgelegte Verordnungsänderung würden immerhin die Transportbedingungen verbessert: Die Hummer dürften nicht mehr direkt auf Eis gepackt werden. Auch müssten sie im Wasser gehalten werden. Bevor die Tiere getötet werden - in der Regel durch kochendes Wasser - sollen sie betäubt werden.

Nach Angaben von Tierschutzorganisationen ist das mit Elektroschocks möglich, was zusätzliche Technik in der Küche nötig macht. Das BLV sieht jedoch ein Schlupfloch vor: Wo die Betäubung nicht möglich sei, müsse alles Notwendige unternommen werden, um Schmerzen, Leiden und Angst auf ein Minimum zu reduzieren, heisst es im Entwurf.

Scheue Tiere müssen nicht mehr in den Streichelzoo

Neben dem Umgang mit Krustentieren wollen die Bundesbehörden den Tierschutz in anderen Bereichen stärken. So sollen besonders scheue, auf Flucht eingestellte Tierarten nicht mehr in Streichelzoos gehalten werden dürfen. Dazu gehören Kleinnager wie Meerschweinchen, Kaninchen und Küken.

Verschärft werden auch die Vorschriften für Tierversuche. Jedes Institut oder Labor, das Tierversuche durchführt, muss künftig einen Tierschutzbeauftragten haben, der die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen und der Vorschriften für Tierversuche überwacht. Das setzt ausgewiesene Fachkenntnisse und eine Weisungsberechtigung voraus.

Wer Tiere tötet, muss höheren fachlichen Anforderungen genügen. Das Sterben muss überwacht werden, um ein qualvolles Verenden des Tiers zu vermeiden. Grosse Schlachtbetriebe müssten künftig ebenfalls einen Tierschutzbeauftragten vorweisen können.

Gegen illegalen Hundeimport

Mit der Verordnungsänderung soll zudem der illegale Import von Hunden eingedämmt werden. Wer Tiere im Internet anbietet, soll vollständige Kontaktangaben nennen müssen. Zudem ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Hunde vorgeschrieben.

Weitere Vorschriften betreffen die Bewegungsfreiheit von Mastvieh, den minimalen Auslauf für Pferde, Anforderungen für Schutzhunde oder den Einsatz von Tieren an Veranstaltungen. Die Vorschläge gehen nun in die Vernehmlassung. Diese dauert bis 7. Februar 2017. (SDA/kra)

Publiziert am 24.10.2016 | Aktualisiert am 24.10.2016
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5 Kommentare
  • Annemarie   Setz 24.10.2016
    Der Bundesrat zeigt Mitgefühl für die Tiere, aber diese Betäubung ist nicht die beste Idee. Man weiss ja nicht, was für Substanz eventuell in die Nahrungskette des Konsument gelangt. Auch ist es nicht tierfreundlich, diese grossen Krebse betäubt um die halbe Erde zu transportieren, nachher werden sie wohl einfach ins Kochwasser geworfen. Besser wäre, wenn schon, die Tiere vorher zu töten und kühl transportieren, noch besser, auf diese Luxus-Delikatessen hierzulande zu verzichten....
  • News  Man 24.10.2016
    Da gelangen dann wohl die Betäubungsmittel in die Nahrungskette. Na dann, guten Appetit! Wo ist denn das Mass geblieben? Zwischen zu Tode kochen und betäuben gäbe es noch diverse andere Möglichkeiten. Fische werden auch nicht zu Tode gekocht und betäubt.
  • Marcel  Frey 24.10.2016
    Schon etwas schwer aufgeladen..... Monatelang ohne Nahrung. Da hat wohl jemand die Objektivität verloren. Es wird wohl niemand ein verhungertes Tier essen wollen.
    Da lacht sich die ganze Welt über diesen falsch verstandenen Schweizer Tierschutz krum. Was gibt es für eine bessere Methode als das Tier direkt innert dem Bruchteil einer Sekunde zu töten? Versuche mit dem Betäuben von Tieren vor dem Schlachten haben gezeigt, dass das auch nicht so human ist.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    24.10.2016
    Wird auch langsam Zeit! Es ist erwiesen dass das zu Tode gekocht werden für diese Tiere ein langsames Martyrium ist, die Tiere geben sogar Schreilaute von sich!! Der Mensch sollte endlich anfangen mehr Respekt gegenüber den Tieren zu haben! Gilt natürlich für jedes Tier und nicht nur Schalentiere!
    • Hans  Grüter 24.10.2016
      Sie glauben wohl alles, was Ihnen erzählt wird, was? Dass Hummer schreien, ist der älteste Witz in der Küche, mit dem Lehrlinge veräppelt werden.