BERN – Endlich kommt ein Gesetz für die Katze. Der Widerstand gegen das Büsi-Abknallen wird konkret – bei Jägern und Tierschützern, bei Politikern links und rechts.
Wo sind all die verschollenen Büsi? In Holderbank AG verschwinden neun Katzen und Kater (im BLICK). In nur einem Monat. Spurlos. Und immer mehr Leser melden: Auch mein pelziger Liebling ist weg – ohne dass je ein Kadaver gefunden wurde.Jährlich verschwinden über 18000 Katzen. Doch waren es wirklich immer die Katzenhasser? Oder sass nicht vielmehr einem übereifrigen Jäger der Finger am Abzug zu locker?Gesetzlich wäre so ein Jäger jedenfalls meist im Recht. «Und das muss sich endlich ändern», sagt Peter Schlup von der Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz STS.«Es braucht eine klare eidgenössische Regelung: Katzen und Hunde werden prinzipiell nicht abgeschossen. Ausnahme nur nach Bewilligung.» Schlup bekräftigt, dass der STS das in die laufende Teilrevision des Bundes-Jagdgesetzes einbringen werde.Derzeit sind Katzen in vielen Kantonen vogelfrei, kaum pirschen sie zu weit weg vom Fressnapf:Nach Luzerner Jagdverordnung sind Büsi im Wald frei zum Abschuss.In Zürich gilt das für «streunende» Katzen in Waldgebieten 300 Meter weg vom nächsten Haus.Im Aargau darf der Jäger Katzen 400 Meter weg vom nächsten Haus oder 50 Meter innerhalb des Waldrandes «beseitigen».«Die Jagdgesetze sind nicht mehr zeitgemäss», sagt auch der Luzerner Jagdverwalter Joseph Muggli. «Der Abschuss eines Hundes und einer Katze ist nur in Ausnahmefällen nötig. Die kann man bewilligen oder eine Meldepflicht für abgeschossene Haustiere einführen.»Politiker sind meist erstaunt, dass es überhaupt noch erlaubt ist, Büsi abzuschiessen: «Mittelalterlich», fand CVP-Nationalrätin Kathy Riklin (im BLICK).Die Katzen-Koalition wächst in allen Lagern: «Ich bin für ein Abschussverbot», sagt
Nationalrat Ruedi Aeschbacher (
EVP), «Ausnahmen kann man immer bewilligen.» Auch FDP-Nationalrätin Doris Fiala ist im Boot, verspricht: «Ich rede mit meiner Fraktion.»