Bruno Helfenstein (72) muss 110 Fr zahlen, weil er nicht über den Zebrastreifen ging Bei ihm läuft was schief

OLTEN SO - Haben die Polizisten in Olten SO nichts anderes zu tun? Das fragt sich der 72-jährige Bruno Helfenstein. Weil alle Autos an der Kreuzung still standen, ging er kurzerhand über die Strasse ins Café. Das kostet ihn jetzt 110 Franken. Oder einen Tag Knast.

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Der Fussgänger Bruno Helfenstein (72) nimmt es in Olten SO mit den Verkehrsregeln nicht so genau. «Wie auch?», fragt der pensionierte Wirt. «Nicht nur Autofahrer kommen hier nicht mehr klar, wegen der vielen Ampeln und Hindernissen.» 

Am 29. März läuft bei Helfenstein einiges schief. Er ist auf dem Weg ins Café Ring: «Alle Autos standen, also ging ich rasch über die Strasse.» Das sehen zwei Polizisten, die am Rotlicht im Patrouillenwagen sitzen. Sie wissen: Das ist verboten, wenn weniger als 50 Meter entfernt ein Fussgängerstreifen ist. Helfenstein hatte sogar fünf zur Auswahl. Der sagt nur: «Ich kenne die Polizisten und glaubte, die hätten anderes zu tun als einen Bäppel zu jagen.»

Falsch gedacht. Die Patrouille fährt an ihm vorbei und kehrt dann um. Der Rentner erinnert sich: «Ein Beamter wollte meinen Ausweis sehen und mir eine Busse von zehn Franken geben. Ich lachte nur!»

Später heisst es, Helfenstein habe sich nicht ausgewiesen und sich renitent verhalten. «So ein Seich! Ich sage einfach immer, was ich denke.» Zudem habe er halt nur ein Dokument mit seiner Adresse dabeige­habt. «Vor allem habe ich absolut niemanden gefährdet.» 

Er läuft der Polizei davon, ohne einen Bussenzettel erhalten zu haben. «Der Beamte rief, dass ich von ihm hören werde. Ich schrie: ‹Ja, vor Gericht!›»

Mitte Mai flattert ein Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft ins Haus. Helfenstein soll nun auch noch 100 Franken Verfahrenskosten zahlen – oder einen Tag in den Knast. «Ein Witz!» Helfenstein erhebt Einsprache und liest den Rapport: «Der Polizist hatte ihn gut drei Wochen nach der Tat geschrieben. Er ist voller Unwahrheiten!»

Am 12. Juli kommt die nächste Verfügung. Jetzt muss der Polizist erneut ermitteln. «Und den Ort ausfotografieren», sagt Helfenstein. Seither hat er nichts mehr von Polizei oder Staatsanwaltschaft gehört.
Für ihn ein Sieg. Sollte das Verfahren nicht eingestellt werden, will er bis vor Gericht weiterkämpfen. Nach dem Gespräch mit BLICK wird Helfenstein seinem Ruf gleich wieder gerecht: Er lässt den nächsten Zebrastreifen glatt rechts liegen.

Publiziert am 13.09.2016 | Aktualisiert am 30.09.2016
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95 Kommentare
  • michael  przewrocki aus basel
    13.09.2016
    Stoppstrasse überfahren giebt auch Busse für Velofahrer und wenn man nicht zahlt und Ersatzarbeit nicht antritt-man wird kommandiert egal ob man kann oder nicht!-dann landete man in Basel 5 Tage im Knast unter Mörder. Der Bund zahlte dann 5x700 CHF an den Kanton.
  • Joe  Di Marco 13.09.2016
    Super Beispiel, die Kinder lernen von Erwachsenen. Auch einer der glaubt den Strassenverkehr und die Gestze dazu mit Anarchie zu bodigen.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    13.09.2016
    Also ich kenne diese Kreuzung und diese Ampel sehr gut, da wir oft in das Kino gingen, seine Ausreden sind voll daneben! Wenn was passiert wäre, wäre der Autofahrer der Depp, ich finde die Busse absolut gerechtfertigt! Und sich nun hier noch zu präsentieren zeigt wie sehr sich dieser Herr überschätzt! Regeln sind da dass wir alle miteinander gut leben können, solche renitenten Typen wie er sorgen nur für viel Aufwand, wie man ja jetzt sieht!
  • Mike  Probst 13.09.2016
    Darf jetzt auch jeder der z.B. eine Parkbusse kassiert hat, dem Blick schreiben, wie das Gesetz für ihn nicht gelte? Unglaublich, dass der Blick dem sturen, renitenten Senior auch noch eine Plattform gibt...
  • Josef  Schöpfer 13.09.2016
    Gesetze, sie sollten zumindest, einen Sinn haben. Ein Fussgängerstreifen hat den Zweck, sicher über die Strasse zu gehen.
    Ein weniger beachtetes Gesetz besagt, den Verkehr nicht zu behindern. Auch aus Sicherheitsgründen. Durch sein Verhalten hat er a) die Gefahr eines Auffahrunfalles eliminiert, b) der Umwelt (Co2 Ausstosses) einen grossen Gefallen gemacht.
    Gesetze sollten nicht der Gesetzeswege, sondern des Sinnes wegen beachtet und Bestraft werden.
    Wenn es sich so verhält wie oben beschriebe
    • Marco  Weber 13.09.2016
      Wiso hat er a. die Gefahr eines Auffarunfalles eliminiert? und b. der Umwelt einen grossen Gefallen gemacht? Was sind das wieder mal für hirnrissige Argumente?
    • Sonja  Zwicker 13.09.2016
      @J.Schöpfer, bezahlen Sie all die zusätzlichen Abklärungen wegen der Sinnfrage aus der eigenen Tasche? Oder wie stellen Sie sich diesen unsinnigen Mehraufwand vor? Es gibt Gesetze, und das reicht! Wir brauchen nicht noch für alle Gesetze Zusatzregeln!
      Und welches Gesetz gilt dann für Kinder, die den Sinn nicht einzuschätzen vermögen? Rennen sie den Alten "guten Beispielen" einfach hinterher?
      Und das nur, um ein paar Sekunden schneller im Café zu hocken! Tztztztz....
    • Josef  Schöpfer 30.09.2016
      Nun, Marco Weber was könnte alles passieren, wenn er (z.B) das freie Zeitfenster nicht benutzt und dann später, die vorher noch an einer Ampel wartende Fahrzeugkolone beim Fussgängerstreifen erneut stoppen müsste, weil er nun in diesem ungünstigeren Zeitfenster die Strasse überquert.
      Was ich nun meinte, er hat dadurch dieses Gefahrenpotential, sowie die Brems- u. Anfahrtsemissionen eliminiert.
      Oder ist die Einhaltung eines Gesetzes doch wichtiger als die Vermeidung einer möglichen Gefahr?
    • Josef  Schöpfer 30.09.2016
      Sonja Zwicker; Die Abklärung bei solchen Kleinigkeiten erfolgt vor Ort bei der Beurteilung der Situation, in diesem Fall vom Rechteinforderndem Polizisten. Wenn ja, nimmt es seinen üblichen Lauf. Das ist Kostenlos.
      Und vor allem gibt es mal wieder eine Gelegenheit, über Sinn und Unsinn von Gesetzen nachzudenken. Auch, ob vielleicht nicht doch nur Geldmache dahinter stecken könnte.