Brand in Bern: Verletzte lagen im Treppenhaus

BERN – Bei einem Wohnungsbrand in einem Hochhaus in der Stadt Bern sind in der Nacht auf heute 22 Menschen verletzt worden. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.

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Die Feuerwehr wurde kurz vor Mitternacht über den Brand im Wyler-Quartier im Nordosten Berns alarmiert. Eine Wohnung im vierten Stock des zwölfgeschossigen Hochhauses stand aus zunächst nicht geklärten Gründen in Vollbrand.

Mehrere Hausbewohner, die vor dem Feuer flüchten wollten, lagen beim Eintreffen der Feuerwehr ohnmächtig in dem mit Rauch gefüllten Treppenhaus. Sie waren bei der Flucht zusammengebrochen. 22 Personen mussten ins Spital gebracht werden. Vier von ihnen erlitten schwere Verletzungen. In allen Fällen handelte es sich um Rauchgasvergiftungen, wie Feuerwehrsprecher Walter Zysset sagte.

Die Türe zur Wohnung mit dem Brandherd sei offen gewesen, so dass sich das Treppenhaus rasch mit Rauch gefüllt habe. Bereits im Verlauf des Morgens konnten die 18 Leichtverletzten das Spital wieder verlassen. Auch einer der schwerer Verletzten werde voraussichtlich noch heute wieder nach Hause können. Den Zustand der drei Schwerverletzten bezeichnete Zysset als stabil. In seiner fast 30-jährigen Feuerwehrkarriere habe er in Bern noch nie einen Brand mit so vielen Verletzten erlebt, sagte er weiter.

Die Feuerwehr brachte den Brand innerhalb von 15 Minuten unter Kontrolle. Das grösste Problem habe darin bestanden, Menschen an Fenstern und auf den Balkonen vom Sprung in die Tiefe abzuhalten, sagte Zysset im «Regionaljournal». Auf der einen Seite habe man von aussen versucht, ihnen mit Megafonen zuzureden und sie zu beruhigen. Auf der anderen Seite seien Feuerwehrleute unter Atemschutzbedingungen ins Innere zu den Hausbewohnern gelangt, um mit ihnen zu reden.

Mehr als 20 Hausbewohner, darunter eine Familie mit einem Kleinkind, wurden über das Treppenhaus gerettet.

Die meisten Mieter konnten noch im Laufe der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren. Zwei Wohnungen blieben unbewohnbar. Die Brandursache ist Gegenstand von Ermittlungen der Polizei. Der Sachschaden am Gebäude wird auf mehrere hunderttausend Franken geschätzt. (AP)

play Blick auf die zerstörte Fassade des Hochhauses. (Keystone)