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Keine Freunde: alt Bundesrat Christoph Blocher und Bundespräsident Pascal Couchepin. (Keystone)
Am 10. Dezember ist Bundesratswahl. Und es wird immer komplizierter. Nachdem Christoph Blocher gestern Abend von der Zürcher SVP als Kandidat nominiert wurde, haut er wieder in alter Frische rein. Neuster Coup: Nach der morgigen Bundesratssitzung soll Bundespräsident Pascal Couchepin (FDP) zurücktreten. Dies sagte Christoph Blocher heute Morgen bei den Aufnahmen zur heutigen Ausgabe seines Internetfernsehens «teleblocher.ch».
Auf die Frage von Interviewer Matthias Ackeret: «Sie haben letzte Woche gesagt, dass es möglicherweise zu einem Couchepin-Rücktritt kommt», sagte Christoph Blocher: «Es besteht die Möglichkeit, dass er am nächsten Mittwoch zurücktritt. Dann gibt es eine Doppelvakanz. Auch wenn es keine Doppelvakanz gibt, muss die SVP das VBS übernehmen – und das ist ein riesiger Job.»
Zeitlich würde es passen. Morgen Mittwoch ist wieder Bundesratsitzung – und letzte Woche hat hier Samuel Schmid seinen Rücktritt erklärt. Und obwohl das Departement Couchepin heute kein Kommentar zur Aussage Blochers abgab, scheint sie so abwegig nicht zu sein.
Letzte Hoffnung
Blochers Kalkül ist klar. Bei einer Zweiervakanz hätte er bessere Chancen, wieder gewählt zu werden, da er dann ein «Päckli» mit der FDP schmieden kann.
Falls aber doch nur Samuel Schmids Posten neu zu besetzen ist, siehts düster für den SVP-Übervater aus. Alle grossen Parteien sagen auch heute nein zu einem Kandidaten Blocher. Die Reaktion von CVP-Präsident Christophe Darbellay auf den SVP-Druckversuch fiel deshalb so aus: «Wenn uns die SVP nur diese Frage stellen will, können wir die Antwort rasch geben: Sie lautet Nein».
Christoph Blocher gibt sich aber noch nicht geschlagen. «Ich selber schätze meine Chancen 50:50 ein, von der SVP-Fraktion nominiert zu werden», sagt er heute auf «Teleblocher».
Diese Wahl findet am 27. November statt. Blocher sagt aber, dass die Fraktion selber entscheiden müsse, ob es Sinn mache, mit ihm anzutreten – und dann zu verlieren.
Ein Argument spricht für Blocher wie für keinen anderen. Er sagt: «Ich war aber schon mal Bundesrat und muss mich nicht ein halbes Jahr einarbeiten.»