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Blick.ch: Die Zürcher SVP stellt Blocher nochmals auf: Sind die verrückt?
Michael Hermann: Nein, denn sie können nicht anders. Blocher ist – vor allem bei den Zürchern – eine wahnsinnige Überfigur. Obwohl er kaum reelle Wahlchancen hat.
Gehen wir mal vom Unwahrscheinlichen aus: Das Parlament lässt Blocher wieder ans Bundesrats-Pult. Wie würde er das VBS führen?
Das wäre in der Tat sehr interessant, denn das Führen des VBS mit seiner komplizierten Organisationsstruktur kommt dem Job eines CEOs einer Firma gleich. Und Blocher hat sich in der Privatwirtschaft bewährt und zudem eine militärische Karriere (Oberst, Anm. der Red.) hinter sich. Eigentlich wäre er für das Amt also prädestiniert. Doch Blocher könnte die Armee praktisch lahmlegen.
Wie meinen Sie das?
Er hat eine komplett andere Vorstellung, wie die Armee auszusehen hat, als die anderen Bundesräte. Weil er aber nicht alleine entscheiden kann, dürfte es im Gremium zu Richtungsstreitigkeiten kommen. Diese könnten die Armee völlig lahmlegen.
Dauer-Zoff wäre also vorprogrammiert.
Da kann man die vier Jahre, die Blocher schon im Bundesrat war, als Massstab nehmen. Die dauernde Konkurrenz, das Gegensteuern liesse die anderen ständig auf der Hut sein. Die Situation mit Eveline Widmer-Schlumpf könnte jedoch sehr spannend sein. Sie hat bewiesen, dass sie sich behaupten kann.
Bündner Steinbock trifft Zürcher Löwe.
Ein heisses Duell. Es würde zwischen den beiden wohl zu ziemlichen Reibereien kommen.
Lassen wir die Spekulationen, Christoph Blocher hat kaum Wahlchancen, wen würden Sie der SVP empfehlen?
Ueli Maurer oder Adrian Amstutz. Beide sind konservativ, fahren eine ziemlich kompromisslose Linie. Allerdings halte ich Amstutz für geeigneter: Er hat mehr Charisma und Zukunft als Maurer.
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Dr. Michael Hermann, Politforscher Uni Zürich. (ZVG)