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Geständnis vor dem Christbaum: Christoph Blocher erzählt von seiner geheimen Darm-OP als Bundesrat. (Screenshot Teleblocher)
Sein «Geständnis» machte Christoph Blocher in der neusten Folge seiner Sendung Teleblocher. Er erzählt detailliert, wie er sich als Bundesrat heimlich operieren liess – und die ganze Nation an der Nase herumführte.
Es geschah im Oktober 2005: Sein Arzt riet ihm dringend zu einer Operation am Darm. Denn Blocher litt unter sogenannten Divertikeln: 20 Zentimeter Darm mussten entfernt werden!
Blocher wollte alles geheim halten – was ihm der Chefarzt auch versprach.
Mit dem Spitalaufenthalt wartete er bis am Freitag, den 7. Oktober 2005, denn in der Woche danach fand keine Bundesratzsitzung statt. An diesem Abend fuhr ihn seine Frau in die Tiefgarage des Spitals Neumünster in Zollikerberg.
Dort wartete der Chefarzt persönlich auf Blocher – und lotste ihn über den Diensteingang in ein kleines Zimmerchen. Angemeldet im Spital war er unter falschem Namen. Am Samstag Morgen wurde Blocher 20 Zentimeter Darm entfernt.
Doch was erzählte er seinen Kollegen im Bundesrat? «Ich hab in Bern erzählt, ich würde zu meinem Geburtstag ins Ausland verreisen», sagt Blocher heute. «Nur mein Generalsekretär wusste davon.»
Blocher fürchtete die Aufmerksamkeit, die ein Bundesrat im Spital in der Öffentlichkeit erregt. Das sei eine Attraktion, die Zeitungen wären voll gewesen, begründet er die Geheimniskrämerei.
Und auch im Spital wird Blocher versteckt. «Als ich am Samstag Morgen in den Operationssaal gebracht wurden, deckte man ein grünes Tuch über mich. Die Leute im Gang wussten nicht, ob da ein Toter drunterliegt!»
Doch fast wäre die ganze Sache aufgeflogen: Denn während der Operation gab es Komplikationen. Und die Sitzung im Bundesrat stand an. Blocher: «Ich musste da unbedingt hin.»
Widerwillig entliess ihn der Chefarzt dorthin – obwohl Blocher leiden musste. «Ich fühlte mich hundselend». Der Weibel in Bern habe ihn entsetzt angeschaut und gefragt, ob alles in Ordnung sei.
«Ich habe dann erzählt, ich hätte einen traurigen Fisch gegessen», lacht Blocher. Auch Pascal Couchepin sei besorgt gewesen: «Tu es malade?», habe er ihn gefragt. Blocher überstand die Sitzung mit Müh und Not und liess sich wegen dem ominösen «Fisch» noch eine Woche krankschreiben.
Keine Krankenschwester, keine Nachtschwester, kein Arzt packte aus. Das beeindruckte Blocher am meisten. «Zeigen sie mir ein anderes Land, in dem das möglich ist!» (num)