Die dramatischsten Minuten ihres Lebens Blitzgeburt bei Tempo 50!

Auf dem Weg ins Spital gebar sie eine Tochter: Jessica Hiltbrunner aus Kallnach BE über die dramatischsten Minuten ihres Lebens.

  • Publiziert: 10.08.2012
  • Von Biljana Jovic

Mit Baby Enola im Arm kann Jessica Hiltbrunner (34) aus dem bernischen Kallnach wieder lachen. Die Geburt ihres kleinen Mädchens war aber so dramatisch, dass sie es mit der Angst zu tun bekam.

Um fünf Uhr morgens verlor die Psycholgin zu Hause Fruchtwasser. «Wir schaffen es nicht mehr», sagt sie ihrem Mann Michel (40) im Auto auf dem Weg ins 22 Kilometer entfernte Bieler Krankenhaus.

«Er, der sonst so gesprächig ist, machte wortlos kehrt und fuhr ins nächstgelegene Krankenhaus nach Aarberg», sagt Jessica Hiltbrunner. Die Situation ist brenzlig.

Mit Blaulicht und Sirene

Dort angekommen wiederholen sich die Presswehen schon alle zwei Minuten. Sie solle dennoch nach Biel, sind sich die Ärzte einig. Nichts wie los! Diesmal im Krankenwagen mit Blauchtlicht und Sirene.

In der Ambulanz kümmern sich zwei erfahrene Rettungsassistentinen um die Schwangere, vorne sitzt ihr Mann neben dem Fahrer. «Die beiden Frauen redeten mir gut zu. Ich fühlte mich gleich wohler».

Pressen, tief Luft holen, Pressen. «Es ging alles so schnell. Die Schmerzen hatte ich irgendwann vergessen», meint Jessica Hiltbrunner.

Die Ambulanz rollt, ist noch fünf Minuten vom Spital entfernt. Doch Enola mag nicht mehr warten.

«Sie stiess gleich einen kräftigen Schrei aus»

Express-Geburt bei Tempo 50! «Sie stiess gleich einen kräftigen Schrei aus», so Hiltbrunner.  Enola ist gesund und munter, obwohl sie rasant auf die Welt kam.

Nach vier Tagen Spitalaufenthalt dürfen Jessica Hiltbrunner und ihr Baby nach Hause. Sohn Kilian (2), plötzlich grosser Bruder, freut sich über sein schnelles Schwesterchen.

Und es gab auch ein Wiedersehen mit den Sanitätern. «Wir wollten uns für ihren Einsatz bedanken», sagt Hiltbrunner.

Eine der Geburtshelferinnen wohnt sogar im gleichen Ort. «Wir haben ihr gesagt, dass sie bei uns jederzeit willkommen ist.»

Beliebteste Kommentare

  • Ursi  Wullschleger Lüscher , via Facebook
    Warum schickt man eine Frau, die alle 2 Minuten Wehen hat weg??? Warum soll sie denn in ein anderes Krankenhaus? Das gibt es doch gar nicht!!!
  • Humbel  Beatrix , via Facebook
    Unverantwortlich, was sich das Spital Aarberg da geleistet hat!!

Alle Kommentare (15)

  • Peter  Felder , Asnago di Cantù
    Veronica war noch schneller. Ihre Mutter Barbara rief mich an und bat mich, sie sofort ins Krankenhaus zu bringen. Fünf Minuten später war ich bei ihr. Sofort fuhren wir los. Aber nach nur 500 Metern meinte Barbara ängstlich: "Peter, halt an. Es geht los." Ich hatte keine andere Wahl. Ich hielt an und bat Barbara, sich in den Kofferraum zu legen. Kurze Zeit später hatte ich die kleine Veronica in den Händen. Wie froh war ich, als ich ihren ersten Schrei hörte. Später traf dann auch die Ambulanz ein. Veronica ist am Sonntag Morgen, am 28. August 2011, um 01.40 in der Via Navedano in Cucciago CO, im Kofferraum des Ford Mondeo unter der Strassenlampe Nummer 0124 geboren.
    Heute, knapp ein Jahr später, gehts der kleinen schnellen Veronica bestens.
    Peter Felder, Cantù/Italien
    • 10.08.2012
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  • Tim  Heart , via Facebook
    Mir ist etwas Ähnliches mal passiert war aber keine Schlagzeile wert...: Hinten im Van sagte meine Kolligin plötzlich zu mir "schnell, halt das Baby". Sie hatte zu lange gewartet, auch wenn sie nicht Neuling war, mit dem Losfahren. Ich, ganz konsterniert, halte meine Hände für das Geschenk auf und nach einem Stoss von Mama ist der neue Erdenbürger in meinen Armen. Mulmiges Gefühl, wir waren danach aber beide gelassen. Minuten später fuhr mein Freund den Van vor dem Spital ein. Das Personal dort war ganz schön nervös, denn es war kalt und schneite. Nur die Nabelschnur musste noch getrennt werden, aber das Baby hatte einen unfreiwilligen Aufenthalt im Brutkasten. Halt als Vorsichtsmassnahme. So was passiert halt, aber nicht so dramatisch nehmen, Babies kamen schon heil zur Welt, bevor Ambulanzen erfunden wurden!
    • 10.08.2012
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  • Petra  Debernardis-Müller , via Facebook
    Im Spital Aarberg gibt es keine Geburts/ Wöchnerinnenabteilung, deshalb wurde die Patientin weiterverlegt!
  • Ann-Brita  Dähler , via Facebook
    Das Spital Aarberg hat keine Geburtsabteilung, zudem war Frau Hiltbrunner im Spitalzentrum Biel zur Geburt angemeldet - deshalb wurde entschieden, sie dorthin zu verlegen.
  • nati  geller , murten
    Das haben wir nun davon,daß man die spitäler zusammenlegt. Aarberg wie murten,hatten früher eine gyni und wurde geschloßen.wenns bei mir los geht,haben wir gute 25 min autofahrt vor uns..wenn im murten die gyni noch wäre,hätten wir 5min.
    Danke lieber couchpain
    • 10.08.2012
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    • Bella  Kirst , Muri
      Wenn sturzgeburten normal wären, würde der blick nicht darüber berichten. Frau kann froh sein, wenn es nur wenige stunden dauert. Ich bin sicher, Sie schaffen es.
      • 10.08.2012
      • als Kommentar auf nati  geller , murten
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