Auf dem Weg ins Spital gebar sie eine Tochter: Jessica Hiltbrunner aus Kallnach BE über die dramatischsten Minuten ihres Lebens.
Mit Baby Enola im Arm kann Jessica Hiltbrunner (34) aus dem bernischen Kallnach wieder lachen. Die Geburt ihres kleinen Mädchens war aber so dramatisch, dass sie es mit der Angst zu tun bekam.
Um fünf Uhr morgens verlor die Psycholgin zu Hause Fruchtwasser. «Wir schaffen es nicht mehr», sagt sie ihrem Mann Michel (40) im Auto auf dem Weg ins 22 Kilometer entfernte Bieler Krankenhaus.
«Er, der sonst so gesprächig ist, machte wortlos kehrt und fuhr ins nächstgelegene Krankenhaus nach Aarberg», sagt Jessica Hiltbrunner. Die Situation ist brenzlig.
Dort angekommen wiederholen sich die Presswehen schon alle zwei Minuten. Sie solle dennoch nach Biel, sind sich die Ärzte einig. Nichts wie los! Diesmal im Krankenwagen mit Blauchtlicht und Sirene.
In der Ambulanz kümmern sich zwei erfahrene Rettungsassistentinen um die Schwangere, vorne sitzt ihr Mann neben dem Fahrer. «Die beiden Frauen redeten mir gut zu. Ich fühlte mich gleich wohler».
Pressen, tief Luft holen, Pressen. «Es ging alles so schnell. Die Schmerzen hatte ich irgendwann vergessen», meint Jessica Hiltbrunner.
Die Ambulanz rollt, ist noch fünf Minuten vom Spital entfernt. Doch Enola mag nicht mehr warten.
Express-Geburt bei Tempo 50! «Sie stiess gleich einen kräftigen Schrei aus», so Hiltbrunner. Enola ist gesund und munter, obwohl sie rasant auf die Welt kam.
Nach vier Tagen Spitalaufenthalt dürfen Jessica Hiltbrunner und ihr Baby nach Hause. Sohn Kilian (2), plötzlich grosser Bruder, freut sich über sein schnelles Schwesterchen.
Und es gab auch ein Wiedersehen mit den Sanitätern. «Wir wollten uns für ihren Einsatz bedanken», sagt Hiltbrunner.
Eine der Geburtshelferinnen wohnt sogar im gleichen Ort. «Wir haben ihr gesagt, dass sie bei uns jederzeit willkommen ist.»
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