Höchster Bündner löste Debatte aus Bleiker versucht Schnipo-Streit zu schlichten

CHUR - Standespräsident Ueli Bleiker (BDP) prangerte die Preise in Bündner Bergbeizen an und löste eine grosse Debatte aus. Jetzt versucht er, die Wogen zu glätten.

  • Publiziert: 17.02.2012
Die Lust auf zuviel Essen hat verschiedene Gründe play Nicht überall kostet das Schnipo 56 Franken. (sda)
play Sorgte mit seinen Aussagen für Zündstoff: Ueli Bleiker. (Keystone)

Der BDP-Grossrat Ueli Bleiker sagte letzte Woche vor dem Kantonsparlament Graubünden in einer Rede: «56 Franken für ein Schnitzel mit Pommes oder eine vorgeschriebene Minimalkonsumation von 75 Franken» in einer Bergbeiz seien keine Beispiele für eine vernünftige Preispolitik.

Bei vielen Blick.ch-Lesern hielt er damit den Finger in eine Wunde. Durch die hitzige Diskussion sah sich Ueli Bleiker genötigt, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Der Standespräsident, der zurzeit im Ausland weilt, schreibt: «Ziel meiner Äusserungen war es, die Öffentlichkeit in dieser nicht einfachen Zeit für den Tourismus zu sensibilisieren.»

Er schreibt: «Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich in keiner Weise ein negatives Bild vom Tourismus in Graubünden gemalt habe.» Es gebe aber einzelne schlechte Beispiele, die nicht Schule machen dürften. Bleiker meint besänftigend: «Für mich steht in keiner Weise in Frage, dass Graubünden über ein hervorragendes Angebot für den Gast sowohl im Winter als auch im Sommer verfügt.»

«Ferien im Tirol!»

Bei Blick.ch-Lesern sorgte die Diskussion für geteilte Lager. Angela Christen schreibt: «Deshalb fahren wir in ein kleines aber feines Skigebiet im Schwarzwald – wirklich gutes Schnipo für um die 10 Euro, günstige Skilift-Preise und erst noch viele nette Leute, Sonne und viel Schnee!»

Oder Thomas Jauslin aus Riehen, der seine Ferien im Tirol verbringt. Sein Argument: «Dort zahlte ich im Sommer in einem Bergrestaurant 5 Euro für eine Currywurst mit Pommes!»

Auch wenn das Ausland beim Eurokurs derzeit besser dasteht – nicht immer geht die Rechnung auf. Zumindest nicht für Aldo Jöri, der schreibt: «Ich bin viel in Österreich zum Skifahren. Die Tageskarten kosten in den Top Skigebieten soviel wie bei uns in der Schweiz. Das Essen ist meist günstiger, aber nicht besser.»

Die Gastrobetriebe zahlen hierzulande im Einkauf mehr fürs Fleisch, was sich schliesslich auch auf die Preise für den Endkunden auswirkt. Einige Leser zeigen dafür Verständnis. Paul Brändle sagt: Weiss eigentlich jemand wieviel andere Fixkosten bei einem solchen Betrieb bezahlt werden müssen? Wer all das nicht bezahlen möchte, muss halt beim Grossverteiler die Cola-Flasche für 2.30 Franken holen und zu Hause trinken…»

«Für mich sind die Preise ok!»

Für Franz Steiger sind die Preise schlicht und einfach eine Frechheit: «Bei 56 Franken für Schnipo hört der Spass auf und zwar nicht nur in der Bergbeiz, sondern auch im 5-Sterne-Hotel!»

Für Anneliese Hofer hingegen gibts nichts zu beanstanden: «Für mich sind die Preise ok. Auch ich will gut verdienen. Übrigens sind die Preise ja angeschrieben, dadurch wähle ich damit das passende Lokal aus.»

«Selber Sandwiches mitnehmen»

Wer nicht will, der muss nicht. So die Devise der Leser, die nicht die Wirte strafen möchten. Roger Montani versucht, die Wogen zu glätten: «Keine Panik. Ich esse schon lange am Mittag in den Bergen, wenn die Preise nicht ok sind, ein Sandwich und ein Mineral.»

Ins gleiche Horn stösst Paul Friedli: «Die Einen bezahlen das und die Anderen machen es wie ich. Sie kaufen Brot, Wurst und Getränk und sitzen irgendwo in die Sonne. Alle sind glücklich.» (num)

Kommentare (178)

  • Monica  Gähwiler , Embrach
    Unglauben macht sich breot! 56.- Franken für Schnitzel mit Pommes? Das ist Abriss erster Güte. Es gibt keine Kartoffeln aus Gold, und derjenige der sie maschinell schält hat auch keinen Herrschaftlichen Lohn! Die Landschaft ist Kostenlos zu haben, und die Gier gewisser Wirte mit Worten nicht zu beschreiben! Wasser predigen aber Wein saufen... Wie war das alte Sprichwort noch? "Wer nichts wird, wird Wirt!"
    • 18.02.2012
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  • Fabian  Schneider
    Da gehe ich doch lieber in den Denner und kaufe für etwas mehr als CHF 5.- ein Wiener Schnitzel, das im Übrigen sehr lecker ist!
    • 18.02.2012
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  • Leo  Erne
    Wir verbrachten jahrelang unsere Ferien im Wallis. Aber jetzt schon etwa zum 20. mal in Österreich. Uns wundert es schon lange nicht mehr, warum immer mehr Schweizer ihre Ferien in unserm östlichen Nachbarland verbringen. Die Tourismusbranche in der Schweiz müsste mal von ihrem hohen Ross herunterkommen, aber hohe Preise verlangen und gleichzeitig Jammern ist natürlich einfacher. Wahrscheinlich lernen sie es nie.
    • 17.02.2012
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  • andi  Matata
    Wer lesen kann, liest die Speisekarte, MUSS IM AUSHANG, SICHT + LESBAR SEIN, vom Gesetzt vorgeschrieben!
    Meidet solche Skiorte, geniesse die nicht so vornehmen, ICH KANN ES MIR JA LEISTEN. Wer trotzdem hin fährt ist selber Schuld und darf nicht jammern.Ich kann es mit halt NICHT leisten!!!!!!!
    • 17.02.2012
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  • Daniel  Meier
    Dass Gastrobetriebe hierzulande mehr bezahlen als in anderen europäischen Ländern ist Tatsache. Ich nenne den Einkaufspreis nicht, da ich nicht noch mehr Kohle ins Feuer schütten will damit. Doch bitte meine Damen und Herren. Ich bin selber in diesem Business tätig und ich weiss wie viel der Kilopreis für ein paniertes und vorgebratenes Schnitzel ist. In der Schweiz eingekauft, Ursprungsland Schweiz. Der Preis ist lächerlich im Vergleich was hier als Beispiel in diesem Artikel angegeben wird, Schnippo zu 56 Stutz. Das ist ja Irre!! Es gibt eben, wie in jedem Beruf Glücksritter, die glauben über eine Saison zum Millionär zu werden. Falsch liegen sie, denn es gibt die Medien und Herrn Ueli Bleiker die das zu Recht anprangern. Es liegt in der Hand der Zunft diesen Goldgräbern das Handwerk zu legen. Denn es braucht wie in diesem Beispiele nur einigen wenige, um die anderen mit in den Abgrund zu ziehen. Mein Vorschlag wäre: Wirte die denken, dass man Gäste melken soll, sind am falschen Platz und gehören ausgeschlossen.
    • 17.02.2012
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