Islamischer Zentralrat Schweiz im Zwielicht Blancho im Visier der Terrorfahnder

  • Publiziert: 18.04.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Beat Kraushaar und Thomas Ley

Die Bundeskriminalpolizei hat Islamrats-Präsident Nicolas Blancho schon lange im Visier. Ihre Akten belegen Verbindungen zu mutmasslichen Al-Kaida-Helfern.

Der Chef des Bundesamtes für Migration, Alard du Bois-Reymond, sieht im Islamischen Zentralrat der Schweiz (IZRS) ein Sicherheitsproblem: Dessen Aktivisten, an ihrer Spitze Präsident Nicolas Blancho (26), propagierten einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Ordnung und böten damit – so der Top-Beamte in der «NZZ am Sonntag» – potenziellen Terroristen einen ideologischen Nährboden.

Die «Weltwoche» bezeichnete Blancho (26) alias Abu Ammar als «Bin Laden in Biel». Das «Forum für einen fortschrittlichen Islam» fordert ein Verbot des IZRS.

Verbindungen zu Terroristen

Über die plötzliche Berühmtheit Blanchos dürfte man bei Bundeskriminalpolizei und Inland-Geheimdienst DAP nur schmunzeln. Die Dienste haben den Radikal-Islamisten, der in Studen BE woznt, mit einer jungen Jemenitin verheirate und Vater zweier Kinder ist, schon seit Jahren auf dem Radar.

Das beweist ein Dokument der Bundeskriminalpolizei zur «Opération Bazzar Tre», den grössten Terror-Ermittlungsfall der Schweiz.

Blancho ist darin prominent vertreten: als Organisator der Demonstration gegen die Mohammed-Karrikaturen 2006 und als Mann mit Verbindungen zu mutmasslichen Terroristen. An der Demonstration, so der Bericht weiter, habe der grösste Teil des Schweizer Ablegers der «Libyschen Islamischen Kampftruppe» (GICL) teilgenommen. Die sympathisiert offen mit dem Terrornetzwerk Al Kaida.

Die Akten erwähnen auch Geschäftsbeziehungen Blanchos zu Abdullhamid A. Den bezeichnen die Ermittler als Hauptverdächtigen eines Anschlags in Riad/Saudiarabien – was vor Gericht allerdings nie bewiesen wurde.

Radikale im Umfeld des Minarettverbots beobachtet

Als Blancho vor vier Monaten die Demo gegen das Minarettverbot organisierte, waren Bundesfahnder schon Wochen zuvor über seine Bewegungen und die seiner radikalen Anhänger informiert.

So wurde der deutsche Hass-Prediger Pierre Vogel an der Einreise in die Schweiz gehindert, sein Stellvertreter Thomas Ibrahim observiert und kurz vor Demo-Beginn in Bern von der Polizei verhaftet.«Mohammed zu sterben und für ihn ihre Kinder und Eltern zu opfern».

Mit diesem Aufruf pflegen Hassprediger Selbstmordattentäter in den Kampf zu schicken. SonntagsBlick wollte von Blancho wissen, wie er zu all diesen Vorwürfen stehe – doch er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auch als der IZRS Ende März ein «islamisches Bildungsseminar» organisierte und die Radikalprediger Pierre Vogel und Abu Anas einlud, war der DAP diskret vor Ort.

Offiziell gibt sich der Inland-Geheimdienst zugeknöpft. Die Aussagen von du Bois-Reymond seien aber nicht falsch, so DAP-Pressesprecher Felix Endrich. Kein Wunder: Kenner gehen davon aus, dass die Informationen des Migrationschefs über die Islamisten von Mitarbeitern des Geheimdienstes stammen.

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz