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Ein Raser fuhr diesen Mercedes vor einem Jahr zu Schrott. Wäre er mit Blackbox vorsichtiger unterwegs gewesen? (Kapo)
Die Signale aus Bern sind doppeldeutig: Mit einer Blackbox im Auto will der Bund zwar Raser zur Räson bringen. Ein Obligatorium lehnt er wegen hoher Kosten und ungewisser Wirkung aber ab. Ein günstiges Gerät der AXA Winterthur entfacht die Diskussion um den Fahrtenschreiber neu.
Die Versicherung bietet den so genannten Crash Recorder Junglenkern zwischen 18 und 25 Jahren an. Wer ihn einbaut, bezahlt 15 Prozent weniger Prämien. Die Kosten für Gerät und Montage von rund 100 Franken bezahlt die Versicherung.
Für die AXA Winterthur ist das Modell ein Erfolg. Seit der Lancierung des Programms im vergangenen Frühling wurden weit über 5000 Crash Recorder eingebaut. Anders als Fahrtenschreiber, die die Messwerte dauernd registrieren, zeichnen diese Geschwindigkeit, Fliehkräfte oder die genaue Uhrzeit nur im Fall eines Unfalls auf.
Eine genaue statistische Auswertung liegt noch nicht vor. Schon jetzt zeichne sich aber ab, dass Lenker mit Crash Recorder an Bord weniger Schäden verursachten, sagt AXA Winterthur-Sprecher Martin Läderach: Sie seien darum sicher, dass das Gerät einen präventiven Effekt habe.
Davon ist auch die Strassenopfer-Organisation Roadcross überzeugt. «Das Bewusstsein ist da, dass etwas aufzeichnet», sagte Sprecherin Sabine Jurisch. Die Unfalldaten nützten auch den Opfern: Gutachten und lange Abklärungen wären nicht mehr nötig, eine gerichtliche Aufarbeitung könnte rasch erfolgen. «Wir wissen nicht genau, warum man beim Bund dagegen ist.»
Genauen Aufschluss darüber kann auch das Bundesamt für Strassen (Astra) nicht geben. Das Programm Via sicura, das mit einem ganzen Bündel von Massnahmen die Zahl der Strassenverkehrsopfer senken soll, sieht jedenfalls kein Obligatorium für Fahrtenschreiber vor. Nur Verkehrsrowdies sollen mit solchen Geräten an die kurze Leine genommen werden.
Das Astra stützt seinen Entscheid gegen einen flächendeckenden Einbau auf eine einzelne Studie aus Deutschland, welche den Geräten nur wenig abschreckende Wirkung beimisst. Dieser Erkenntnis gegenüber stehen Kosten von rund 700 Franken für den nachträglichen Einbau von Fahrtenschreibern.
Mit dem wesentlich billigeren Modell der AXA Winterthur hat sich das Astra bisher nicht befasst. Dem Bundesamt lägen dazu keine Informationen vor, erklärt Sprecher Antonello Laveglia. «Sollten die Versicherung aber zu anderen Schlüssen kommen als die Studie, müsste die Frage sicher neu diskutiert werden.» (SDA/hhs)