Bischof Huonder Frontal-Angriff auf die Homo-Ehe

Für Bischof Huonder ist der Genderismus «wissenschaftlich unhaltbar», denn die Geschlechtsidentität von Frau und Mann sei gottgegeben. Dies teilt er in seinem Hirtenbrief mit, ausgerechnet am Tag der Menschenrechte.

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Der Churer Bischof Vitus Huonder (71) lanciert in seinem Hirtenbrief zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember eine Breitseite gegen den «Genderismus», wie er es nennt. Dessen Idee sei, «dass jede sexuelle Identität als gleichwertig akzeptiert wird». Überall schon habe sich dieses Denken durchgesetzt: etwa «durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule».

Laut Huonder ist der Genderismus «wissenschaftlich unhaltbar». Viele Forscher widersprächen der Gender-Theorie: «Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.» Diese sei gottgegeben – und der Schöpfungsordnung eingeschrieben.

Der Genderismus fordere, dass alle Lebensformen zur Ehe und damit zu künst­lichen Reproduk­tionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen. «Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orien­tierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.» Genderismus schade allen: Frauen, Männern, Kindern. 

Und: Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führe bei Kindern und Jugend­lichen immer häufiger zu psychischen Störungen. Der Bischof geisselt die «Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare», in Homo-Ehen werde dem Nachwuchs die «Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung» geraubt. 

Die Reaktionen auf das Bischofswort fallen teilweise entsetzt aus (siehe Box). «Ausgerechnet zum internationalen Tag der Menschenrechte ruft der Bischof von Chur seine Gläubigen dazu auf, Schwule und Lesben zu diskriminieren», sagt etwa Amnesty-International-Sprecherin Stella Jegher.

Bischof Huonder war für eine direkte Stellungnahme nicht erreichbar. Sein Sprecher Giuseppe Gracia will aber den Disriminierungsvorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Diskriminiert werde heute oft die katholische Kirche selber, und zwar mit der «Diskriminierungskeule»: «Wer mit den Forderungen der Homosexuellenlobby einverstanden ist, gilt als gut. Wer sich anders äussert, ist homophob und böse.» Das sei «zutiefst anti­liberal» und «gegen die Meinungs- und Glaubensfreiheit».

Publiziert am 08.12.2013 | Aktualisiert am 07.12.2013
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Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbandes Regenbogenfamilien

«Huonder nutzt den Uno-Menschenrechtstag, um Menschen zu stigmatisieren. Und das, obwohl die Forschung, die seit rund 30 Jahren betrieben wird, das Gegenteil aufzeigt. Sexuelle Orientierung ist keine Wahl. Vor allem Trans-Menschen werden stigmatisiert. Wir empfinden es als direkten Angriff auf die Menschenrechte.»

Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin (ZH) und Mitglied des Universitätsrats der Uni Zürich

«Welche Enttäuschung! Huonder nutzt den Tag der Menschenreche für einen Kreuzzug gegen Genderismus und die Rechte auf Gleichbehandlung und Selbstbestimmung. Er verurteilt alle, die nicht ins traditionelle Schema passen. Dies ganz im Gegensatz zu Papst Franziskus, der Barmherzigkeit verlangt und gegen die Einmischung ins persönliche Leben ist.»

Stella Jegher, Gender-Expertin von Amnesty International Schweiz

«Wir sind entsetzt! Der Hirtenbrief von Bischof Huonder ist ein Schlag ins Gesicht der Tausenden von Menschen, die weltweit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, gefoltert oder ermordet werden. Dabei ist das Recht, nicht diskriminiert zu werden, ein grundlegendes Menschenrecht.»

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70 Kommentare
  • Laurens  Helmke 08.12.2013
    Darf ich mal was sagen?
    Ich finde es bemitleidenswert, wenn nicht sogar lachhaft, wenn ein Mann, der sich anmasst, zu wissen, was gut oder schlecht für uns sein soll, solche Töne anschlägt.
    Der Typ ist jetzt 71 Jahre alt, lasst ihn noch ein paar Jahre unbeachtet! Kein Schwein wird sich nach seinem Tod noch für diese unqualifizierte Hassrede interessieren. Und wenn er die Blümchen von unten anschaut, ist sowieso Schluss. Warum sich also darüber aufregen...?
  • Eduard  Lohner aus Schmitten
    08.12.2013
    Das hat nichts mit Padophilie, Nonnevergewaltigung und nicht gelebten Partnerschaften zu tun. Gott schuf Mann und Frau. Sie sollen miteinander in intimer Beziehung leben.
    Nirgends in der Bibel finde ich auch nur ansatzmässig etwas, was darauf hindeuten würde, dass Gott eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft als Variante sieht.
  • Renato  Imsand 08.12.2013
    Der Bischof hat voll und ganz recht: Keine TV-Serie am Vorabend, wo nicht Jeder mit Jeder usw. Den Kindern wird bereits im Kindergarten vorgegaukelt, dass sie ihr Geschlecht einst selber auswählen dürfen. Diese These stammt aus der gleichen politischen Ecke, welche die totale Selbstbestimmung proklamiert, so auch bei Abtreibungen. Gilt die Selbstbestimmung für das Kind dann nicht mehr? Ich halte es wie der Bischof und Jesus: JA zum Menschen, nein zur Sünde. Als Mann und Frau erschuf er sie!!
  • Mailyn  Pelagio-Kerzenmacher , via Facebook 08.12.2013
    Aber aber Bischof Huonder... das Schlusswort zum Thema Gott wurde bereits gegen 1800 von einem Franzosen gesprochen:
    La seule excuse de dieu, cest qu il n existe pas.
  • Fritz  Meyer aus Amden
    08.12.2013
    "Die Verschiedenheit von Mann und Frau sei gottgegeben..." Das einzige von dem ich glaube, dass es gottgegeben sein könnte, ist, dass wir niemanden verletzten sollen und einander respektieren. Auch in unserer Verschiedenheit, wie auch immer die aussehen mag.