Bio-Pass «killt» Fotografen

  • Aktualisiert am 03.01.2012

REINACH BL – Die Fotohändler wehren sich gegen die Einführung des biometrischen Passes. Sie sehen dadurch ihre Existenz bedroht. So auch Leserreporterin Sandra Jmhooff (38).

Am 17. Mai stimmt die Schweiz über die Einführung des biometrischen Passes ab. Bei einem Ja sollen die Pässe künftig in sogenannten Passzentren ausgestellt werden. Und die Passfotos würden in diesem Fall von Amstpersonen aufgenommen.

Dagegen formiert sich Widerstand bei den Fotografen. Denn für viele Fotofachgeschäfte würde somit eine wichtige Einnahmequelle, die Passfotos, entfallen. Der Verband Fotohandel Schweiz (VFS) schätzt, dass der biometrische Pass die Existenz von 100 Fotogeschäften in der Schweiz ernsthaft gefährden würde.

Sandra Jmhooff betreibt ein Fotofachgeschäft in Reinach. Sie schiesst etwa 70 bis 100 Passfotos pro Monat. Das sichere ihr die Miete des Ladenlokals. «Grundsätzlich habe ich nichts gegen den biometrischen Pass», sagt sie. «Aber es ist eine verdammte Sauerei, dass der Staat unsere Arbeit übernehmen will.»

«Der Biometrische Pass gefährdet Arbeitsplätze»

Die Fotografin hat deshalb vor ihrem Laden Protest-Plakate angebracht, die auf die Problematik aufmerksam machen. «Stoppt den Fotografen-Mord», steht dort geschrieben. Oder :«Der Biometrische Pass gefährdet Arbeitsplätze.»

Tatsächlich rechnet der VFS damit, dass der biometrische Pass mit den erwähnten 100 Fachgeschäften auch 500 Arbeitplätze und 50 bis 60 Lehrstellen gefährdet.

Jmhooff hat Angst, dass ihr Geschäft allein mit Hochzeits-, Schwangerschafts-, Familienfotos und dergleichen nicht überleben kann: «Passfotos sind für uns Fotografen ein Teil unserer Existenz.» (noo)

Sandra Jmhooff.- 8989 Leserbild

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