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Angst und Schrecken zur Prime Time – am letzten Wochenende so massiv wie nie: Zwischen «Meteo» und der Hauptabendsendung kommt die Schweiz gleich an drei Tagen hintereinander in den zweifelhaften Genuss des Terror-Spots der Billag.
Horror, Folter, Einschüchterung. Was das TV-Gerät im Billag-Spot «Die Geisterstunde» (siehe Video oben) erleiden muss, sollte wohl originell sein.
Dabei ist es vor allem eines – ziemlich daneben! Daran ändert auch seine Machart als Animationsfilm im Pixar-Stil wenig: Weil sein Besitzer die Billag-Rechnung in den Papierkorb schmeisst, führt eine bewaffnete Spezialeinheit ein freundlich dreinblickendes TV-Gerät bei Nacht und Nebel ab. Es wird in ein abgelegenes Gefängnis gebracht und gefoltert. Guantánamo lässt grüssen.
Billag lobt Terror-Spot
Bei der Billag ist man stolz: «Wir setzten bewusst auf witzige, unterhaltsame Spots, statt den Drohfinger zu gebrauchen. Die Spots sind qualitativ sehr hochstehend und heben sich vom Einheitsbrei der üblichen 30-Sekünder ab», wie Pressesprecher Johnny Kopp von der Billag erklärt.
Und sie heben sich ab – vor allem durch den Preis: 1,5 Millionen Franken haben die sechs aktuellen, bis knapp drei Minuten langen Marathon-Spots die Billag gekostet. Hinzu kommt die Ausstrahlung. Bei einem Werbetarif von 25000 Franken pro 20 Sekunden macht das über 200000 Franken – pro Ausstrahlung.
Dass die Billag von der SRG 50 Prozent Spezialrabatt erhält, tut nichts zur Sache: «Bezahlen muss es ja ohnehin der Gebührenzahler», wie Francisca Brechbühler von «Bye-bye Billag» sagt.
Volksinitiative gegen Gebühren
Die Managerin ist die Begründerin der ersten Volksinitiative, die aller Voraussicht nach über Facebook (FB) zustande kommt: In der FB-Gruppe «Volksinitiative gegen überhöhte Billag-Gebühren» sammelt sich der Zorn der Gebührenzahler. Brechbühler: «Schon kurz nach dem Start gings ab wie eine Rakete: Wir haben ein Thema aufgegriffen, das den Leuten unter den Fingernägeln brennt.»
Dabei richtet sich der Unmut der FB-User nicht nur gegen die Terror-Spots. Sie wollen die Auflösung der Billag – die tieferen Gebühren sollen künftig als Kopfsteuer entrichtet werden (siehe Box).
Nur Dänen zahlen mehr
Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz im Vergleich mit unseren Nachbarländern die mit Abstand höchsten Gebühren hat, nachvollziehbar: Nur die Dänen zahlen mit über 500 Franken noch mehr als wir mit 461.90 Franken. So bezahlen wir der Billag jährlich rund 1,2 Milliarden Franken.
Besonders stossend: 55 Millionen braucht der mächtige Beamtenapparat für sich selbst – das gibt auch im Nationalrat zu reden.
Dass die Billag in diesen Tagen versucht, ihre Gebühren als Weihnachtsgeschenkidee zu vermarkten, wirkt da wie Hohn. Vor allem, wenn man sich die Bilder des Terror-Spots vor Augen führt.
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Hierhin wünschen sich viele Steuerzahler ihre Billag-Rechnung: In den Papierkorb. (ZVG)