Billag-Chef: Mehr Lohn als ein Bundesrat?

Wohin fliessen die 55 Millionen der Billag? Niemand weiss es. Sicher ist nur — ein beträchtlicher Teil geht ins Management.

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Eine halbe Million Franken im Jahr für den Chef? Glaubt man den Initianten von «Bye bye Billag», kassieren die Billag-Bosse mehr Lohn als ein Bundesrat – um Gebühren einzukassieren, die auch anders erhoben werden können.

Mehr noch: Für die sechs Mitglieder des Managements errechnen die Initianten auf ihrer Website einen Lohn von 3 Millionen Franken, dazu kommen 1,35 Millionen für die neun Verwaltungsräte.

«Wenn diese Zahlen stimmen, ist das unerhört», zeigt sich die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin schockiert. Und sie sieht sich in ihrem Bemühen, die Billag abzuschaffen, bestätigt. Denn: «Radio und TV sind ein Konsumgut – die Gebühren sollen über die Mehrwertsteuer finanziert werden.»

Leider sei es zur Gewohnheit geworden, dass halbstaatliche Betriebe als Erstes ihre Löhne nach oben schrauben, so Riklin. Bei der Billag seis jedoch besonders stossend: «Das ist eine geschützte Werkstatt – die stehen ja nicht in einem Wettbewerb.» Allerdings handelt es sich bei den von «Bye bye Billag» publizierten Zahlen um «Schätzungen», so die Initianten.

Allzu weit weg von der Wahrheit können diese jedoch kaum liegen. Denn auf Anfrage von BLICK gibt sich die Inkassogesellschaft zugeknöpft: «Die publizierten Zahlen zu den Löhnen des Managements bzw. der Entschädigung des Verwaltungsrates sind Gerüchte. Und Gerüchte werden von uns prinzipiell nicht kommentiert», so Pressesprecher Johnny Kopp.

Andere Informationen über die Verwendung der 55 Millionen Franken sind hingegen verbürgt. So verschickt die Billag pro Jahr rund 12 Millionen Rechnungen, 1 Million Mahnungen – und sie leitet bis zu 60 000 Betreibungen ein. Das alles kostet Geld.

Geld, das sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Publiziert am 19.12.2008 | Aktualisiert am 19.01.2012
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