Zweifelhafter Rekord Beznau ist das älteste AKW der Welt

BERN - Nach dem Abschalten einer Anlage in England wird Beznau 1 das älteste Atomkraftwerk der Welt.

  • Publiziert: 23.02.2012
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Das AWK Beznau ist seit dem 1. September 1969 in Betrieb.

(Keystone)

Ende Februar wird der Atomreaktor Oldbury in England abgestellt. Dann nimmt Beznau 1 dessen Platz ein und wird somit zum ältesten Atomkraftwerk der Welt. Der Reaktorblock ist seit dem 1. September 1969 in Betrieb.

Oldbury ging nach Angaben der World Nuclear Association (WNA) schon 1967 ans Netz. Damit galt der Atomreaktor als ältester sich im Betrieb befindlichen, zivilen Reaktor weltweit.

Beznau hingegen war schon lange der älteste Druckwasserreaktor der Welt. In anderen Ländern, so auch in der Atomnation Frankreich, wurden alle Reaktoren dieses Typs schon vor einiger Zeit stillgelegt.

Ständig nachgerüstet

Sicherheitsbedenken hat die Betreiberin Axpo nicht. «Wir haben zirka das Dreifache vom ursprünglichen Kaufpreis zur Nachrüstung investiert, so dass wir zwar zu den älteren gehören, aber sicherheitstechnisch zu den ganz modernen», sagt Manfred Thumann, CEO Axpo in der Tagesschau.

Nach der Atom-Katastrophe in Fukushima wurden alle vier Schweizer AKW überprüft. Laut den Ergebnissen der Untersuchung des Ensi wies auch das AKW Beznau 1 diverse Sicherheitsmängel auf.

Futter für die Gegner

Dazu gehörten unter anderem die unzuverlässige Notstromversorgung und der rissige Reaktordeckel. Diese Mängel betonen besonders auch die Atom-Gegner, zu denen zum Beispiel Geri Müller, Nationalrat Grüne, gehört: «Nun ist Beznau 1 das dienstälteste AKW der Welt — kein Grund zum Feiern — aber einmal mehr es definitiv abzustellen!»

Die Untersuchungen sind noch nicht alle abgeschlossen. Bis zum 31. März 2012 müssen die Betreiber dem Ensi aber die Nachweise erbringen, dass die Sicherheit der AKW auch im Falle eines Erdbebens, gewährleistet wäre. (kko/sda)

 

 

 

So funktioniert ein Druckwasserreaktor

Im Druckwasserreaktor wird das Wasser im Reaktor auf 330 Grad erhitzt. Durch den hohen Druck kann es nicht verdampfen. Es durchläuft den ersten Kreislauf zum Dampferzeuger.

Dieses Primärwasser erhitzt über Rohrleitungen einen zweiten Wasserkreislauf (mit weniger hohem Druck).

Hier verdampft das Wasser und treibt Turbine und Generator an.

Das Primärwasser kühlt im Dampferzeuger auf 290 Grad ab und gelangt zurück in den Reaktor, wo es durch die Kernspaltung wieder erhitzt wird. Durch die getrennten Wasserkreisläufe ist das Risiko austretender Radioaktivität geringer.

Kommentare (7)

  • werner  widmer , russikon
    Das älteste AKW steht für die Schweizer Qualität insbesondere für die dauernde Aufrüstung mit den modernsten Instrumenten.
    • 23.02.2012
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  • Pierre  Graf
    Man kann sich die Frage stellen, was gefährlicher für die Schweiz ist; ein Nationalrat wie Geri Müller, der Terroristen ins Bundeshaus bringt, oder ein Atomkraftwerk. Und vergessen wir nicht, der Gau von Fukushima wurde nicht durch ein fehlerhaftes AKW ausgelöst, sondern durch den Tsunami. Der Schutzwall vor dem AKW war zu klein um dem Tsunami standzuhalten.
    • 23.02.2012
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    • Marcel  Amgwerd , Solothurn
      @Retwil Tom: Stimmt nicht, das Erdbeben hat eine Schnellabschaltung verursacht und der anschliessende Tsunami hat die Elektrizitätversorgung für die Kühlung zerstört. Bleiben Sie doch bitte bei der Wahrheit. Im übrigen könnten wir längstens neue Anlagen haben!
      • 23.02.2012
      • als Kommentar auf Pierre  Graf
      • 1 Gefällt mir
    • Retwil  Tom
      @Pierre Graf: die Erkenntnisse aus Fukushima zeigen ein anderes Bild: die Reaktorkatastrophe begann bereits mit dem Erdbeben. Das AKW hat diesem nicht standgehalten. Selbstverständlich hat der folgende Tsunami die Situation verschlimmert, aber er war nicht der zentrale Auslöser. Tsunamis mag es bei Beznau nicht geben, aber Erdbeben?
      • 23.02.2012
      • als Kommentar auf Pierre  Graf
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  • George  Nigg
    Das kommt bestimmt noch unter heimatschutz!
    • 23.02.2012
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  • Hugo  Ehrismann
    Versteht denn ein Typ wie der grüne Geri Müller überhaupt etwas von AKWs oder schwaffelt er einfach mal so vor sich her nur das er etwas gesagt hat?Ob man Beznau 1 abschalten sollte oder dem Müller das schwaffeln verbieten muss das müssen Leute bestimmen die etwas von dieser Anlage verstehen.Für die Grünen war das Unglück in Japan ein gefundenes Fressen - ohne Rücksicht auf die Menschen in Japan die direkt betroffen waren davon versuchten sie Kapital in Form von neuen Wählern daraus zu schlagen,das alleine sagt schon viel zum Charakter einiger Leute die dieser Partei angehören.
    • 23.02.2012
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  • Beat  Wüthrich
    Gratulation ans AKW Beznau. Ich wünsche dir und mir, dass du uns noch lange den von uns allen benötigten Strom liefern wirst. Ich setze auch weiterhin auf AKWs, den diese sind sehr sicher und haben eine unglaubliche Leistung. Wenn es machbar wäre, würde ich sofort so ein Teil auf mein Land bauen lassen. Aber leider reichen meine 700m2 dazu nicht aus. Alles Gute AKW Beznau!
    • 23.02.2012
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