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Müllberge sind nur ein Problem, welches die Zugfahrer stört. (Leserfoto 8989)
Bis Herbst sucht die SBB 25 Kunden, die in einem Beirat über Positives und Negatives der Bundesbahnen diskutieren. Die Ergebnisse sollen der Konzernleitung vorgelegt werden. Blick.ch-Leser konnten bereits jetzt ihre Kommentare zur SBB abgeben. Fazit: Viele sind unzufrieden mit dem Service. Lesen Sie hier die Verbesserungsvorschläge der Pendler und die Reaktionen der SBB:
Viele Zugfahrer stören sich an den Billettautomaten. Denn in kleinen Bahnhöfen sind sie die einzige Möglichkeit, ein Billett zu kaufen. Doch manchmal funktionieren sie nicht und ältere Leute sind mit ihnen überfordert. Deshalb wünschen sich viele Schweizer wieder bediente Schalter.
Das ist die Reaktion der SBB: «Wir stellen fest, dass immer mehr Kunden ihre Billette am Automat, über Internet und Handy beziehen. Nichtsdestotrotz stellt die SBB aber immer im Sinne des Service Public sicher, dass in den Regionen eine bediente Verkaufsstelle schnell erreichbar ist.»
Laute Klingeltöne und telefonierende Passagiere nerven. In den Ruhewagen sind Mobiltelefone verboten. Doch das geht einigen SBB-Kunden noch zu wenig weit. Einige fordern sogar eine Teilung wie früher bei den Raucherabteilen.
SBB-Sprecher Roman Marti sagt zu dieser Forderung gegenüber Blick.ch: «Laute Klingeltöne und Telefonate sind tatsächlich nicht jedermanns Sache. Deshalb bitte mit gesundem Menschenverstand auf andere Reisende Rücksicht nehmen. Wer zudem in Ruhe sein Buch lesen möchte, der ist im Ruheabteil am richtigen Ort.»
Einige Blick.ch-Leser schreiben, dass die 2.Klasse meistens heillos überfüllt ist. In der ersten Klasse seien die Waggons halb leer. Deshalb müsse die SBB die 1.-Klasse-Wagen reduzieren und mehr 2.-Klasse-Wagen zur Verfügung stellen.
Laut SBB erfreuen sich aber 1.Klasse-Tickets und Abos einer grossen Nachfrage. Zudem können der Zugchef bei einer überfüllten 2.Klasse die 1.Klasse freigeben.
In den Zügen sammeln sich zu Stosszeiten riesige Berge von Gratiszeitungen, Fastfood-Verpackungen und sonstigem Abfall an. Die Abfallbehälter in den Zügen können diese massen nicht schlucken. Viele Kunden forden deshalb grösserer Abfalleimer. Einige Zugfahrer fordern auch PET-Sammelbehälter im Zug. Denn die recyclebaren Flaschen landen bis heute im Normal-Müll.
Roman Marti von der SBB: «Unsere Kundinnen und Kunden wünschen vor allem Sitzplätze oder Stauraum für Ihr Gepäck und kaum XXL-Abfallkübel. Wir leeren die Abfallkübel fleissig, bitten aber unsere Kundinnen und Kunden, grössere Abfälle auch einmal ausserhalb des Zuges zu entsorgen.»
Ein spezielles Anliegen hat Hans Kyburz aus Erlinsbach. Er würde sich mehr Autozüge wünschen, auf die man direkt in seinem Heimatbahnhof fahren kann. «Warum kriegt die SBB das nicht hin? Wenn ich zum Beispiel in Aarau auf den Zug fahren könnte, wie in Amsteg, würde ich mehrmals mit der Bahn ins Tessin oder ins Wallis fahren.»
«Autozüge benötigen grosse Aufwendungen», erklärt SBB-Sprecher Marti. Deshalb müsste eine grosse Nachfrage bestehen, um diese Investitionen zu rechtfertigen. «Ansonsten investieren wir Geld, das anderweitig verwendet, unseren Kundinnen und Kunden mehr bringen würde.»
In vielen Regionalzügen gibt es noch die Plumpsklos, bei denen sämtliche Fäkalien auf die Gleise fallen. Mittelalterlich, wie viele Pendler finden.
Darauf antwortet Marti: «Neue Züge werden nur noch mit geschlossenen Toilettensystemen ausgeliefert. Der Anteil der Züge mit offenen Toiletten nimmt also laufend ab.»
Es gibt aber auch Kunden, die die Bemühungen der SBB sehen, aber keine Verbesserungen festellen können. Deshalb soll die SBB die Preise für Abonnemente senken.
Dem hält Marti entgegen, dass die SBB hat ihr Angebot laufend verbessere. «Per Dezember 2008 haben wir das Angebot beispielsweise um 5,2 Prozent ausgebaut, ohne die Billettpreise zu erhöhen. Und: Was die SBB verdient, investiert sie in neue Züge: Bis 2030 werden dies 20 Mia. Franken sein. Dank Doppelstockzügen wird sie so die Zahl der Sitzplätze nochmals um 40 Prozent erhöhen.»