Besoffene Soldaten im Visier

  • Publiziert: 06.03.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Sie saufen, kiffen und geben ein denkbar schlechtes Bild der Armee ab: Schweizer Soldaten im Ausgang oder auf dem Weg in die Kaserne. Das soll sich nun ändern, sagt der neue Chef.

Wohl jeder Soldat hat schon mal die Sau rausgelassen. Gesoffen, gekifft, gegrölt – könnte man meinen. Im Ausgang oder im Zug trifft der brave Bürger häufig auf Horden schwankender und lärmender Uniformierter. Das stösst dem neuen Armeechef sauer auf: André Blattmann hat nun angekündigt, die Militärpolizei für Zucht und Ordnung sorgen zu lassen.

So soll es vermehrt Kontrollen der Militärpolizei in den Zügen sowie im Ausgang geben. Auf «unschöne Bilder» von Soldaten angesprochen, sagte Blattmann in einem Interview in der «Mittelland Zeitung» von heute: «Dem werde ich entschieden entgegentreten.»

Die Militärpolizei werde vermehrt – in Absprache mit den Bahnen – in den Zügen zu jenen Zeiten Kontrollen durchzuführen, in denen alle einrücken und abtreten.

Auch im Ausgang werde die Militärpolizei mehr präsent sein. «Ich habe dem Kommandanten der militärischen Sicherheit den Auftrag erteilt, unsere Soldaten vermehrt zu kontrollieren – um die zu schützen, die sich korrekt verhalten», sagte der Armeechef.

Es ärgere ihn, wenn die Armee pauschal als unordentlich bezeichnet werde. «Dabei sind nur ein paar wenige dafür verantwortlich.» Als «falschen Weg» bezeichnete Blattman die Idee, Rekruten in Zivil und somit inkognito in den Ausgang zu schicken.

«Die Armee muss Ordnung durchsetzen und ihre Soldaten erziehen.» Dies sei unumgänglich, um die Disziplin durchzusetzen, «und die ist im militärischen Handwerk von enormer Bedeutung». (SDA/num)

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