Beschimpfungen, Schläge, Tritte Albtraum Busfahrer

ZÜRICH - Immer öfter verlieren Passagiere die Beherrschung.

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Pöbeleien, Schläge, Tritte und sogar Morddrohungen gehören mittlerweile zum Alltag eines Busfahrers. In Les Diablerets VD kam es im Juli zu einer tödlichen Tragödie. Ein Chauffeur (†59)  starb, nachdem ihn ein Autofahrer tätlich angegriffen hatte. Erst vor einem Monat attackierte ein Passagier in Stein am Rhein SH einen Busfahrer und verletzte ihn. In Winterthur trat ein Passagier die Türe ein, weil ein Chauffeur ohne ihn losfuhr.

Fall landet vor Richter

Gewalttätig ging es auch in Zürich zu. Nach einem Bremsmanöver attackierte im Juli 2014 ein IV-Rentner in Schlieren einen VBZ-Busfahrer. Der Fall kam vor Gericht und trug dem Täter eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bedingt ein. Zudem musste er eine Busse von 300 Franken bezahlen. 

Passagiere verlieren schnell die Beherrschung

Ausfällige Passagiere sind auch sonst nicht selten. «Bei Verspätungen oder einem brüsken Bremsmanöver verlieren die Passagiere gerne die Beherrschung», sagt etwa Andreas Uhl, Sprecher der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ). Im Schnitt muss sich pro Monat ein VBZ-Fahrer wegen einer Attacke ärztlich behandeln lassen. Uhl: «Zählt man die Laserangriffe dazu, sind es aber ein Vielfaches mehr.»

16 Passagier-Attacken registriert auch Postauto Schweiz seit Anfang Jahr. «Die Hälfte davon sind verbale Drohungen, Beleidigungen oder Ausfälligkeiten von alkoholisierten Passagieren», sagt Mediensprecher Urs Bloch. In den anderen Fällen geht es gar um Bisse und Schubsen. Insgesamt elf Vorfälle registrierten auch die Berner Verkehrsbetriebe seit Anfang Jahr. 

Publiziert am 08.11.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016

Das darf ein Busfahrer

  • Bus- und Postautofahrer dürfen nur an der Haltestelle halten, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen.
  • Sie dürfen Passagiere, die für andere Fahrgäste eine Belästigung oder Gefahr sind, aus dem Wagen weisen.
  • An der Ampel gelten für Busse oft eigene Vorfahrtsrechte. Sie sind mit Punktsignalen gekennzeichnet. Chauffeure können die Türe daher nicht mehr öffnen, weil sie sonst das Signal für eine schnelle Vorfahrt verlieren.
  • Die Fahrer müssen nicht zwingend an jeder Haltestelle halten. Wenn niemand wartet, müssen die Fahrgäste im Bus signalisieren, wenn sie aussteigen wollen.
  • Auch der Fahrer eines verspäteten Busses darf die Geschwindigkeit nicht überschreiten.
  • Bei grosser Verspätung können Fahrer die Tour vorzeitig beenden – selbst wenn an der nächsten Haltestelle Passagiere warten.
  • Nachtbusfahrer dürfen die Haltestellen nicht mehr als 30 Sekunden vor dem Zeitplan passieren.

 

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8 Kommentare
  • Steinle  Jeannette 08.11.2016
    Solange unsere Kuscheljusitz die Täter schützt, wird sich an solchen Gewalttaten nichts ändern. Vor zwei Wochen wurde in Pratteln ein Kontrolleur, der Billettkontrollen durch geführt hat, von einem Ägypter mit dem Messer verletzt. Die Dankbarkeit gewisser Menschen, kennt keine Grenzen, ironie off.
  • Niels  Huggli aus Zug
    08.11.2016
    Jeden Tag bin ich Passagier in einem Bus. Im Bus habe ich schon allerlei erlebt. Einmal einen Mann der ein grosses Messer aus der Jacke zog und seinen Bart rasiert hat. Ich möchte anmerken, dass der Mann nicht ausländisch ausgesehen hat, falls das jemand gedacht haben könnte. Die Busfahrer sind in der Regel höflich, halten sich beim Fahren aber nicht immer an die Gesetze. Z.B. habe ich gesehen, wie ein Busfahrer mit einem Kollegen während der Fahrt geredet hat, obwohl das nicht erlaubt ist.
  • Andreas  Eberli 08.11.2016
    16 Vorfälle bis jetzt in diesem Jahr auf den Postbuslinien. Das macht wahrscheinlich pro tausendste Fahrt ein Vorfall oder sogar noch weniger, wenn man bedenkt wieviele Postbusse täglich unterwegs sind. Wird hier wieder aus einer Mücke einen Elefanten gemacht? Als ob es vor 40 Jahre keine betrunkenen Passagiere gab die mal ausfällig wurden. Nur durfte man damals als Buschauffeur solche Plagegeister windelweich prügeln bzw. die anderen Passagiere übernahmen dies gleich.
  • Patrick  Kirchner aus Fürstenaubruck
    08.11.2016
    Das ist schon Traurig, allein wenn man bedenkt, das bei vielen, aber nicht bei allen Leuten dieses Verständnis nicht vorhanden ist. Bei Gewalttaten eines Fahrpersonals (aber auch Kondikteure), sollten schärfere Gesetze, in Betracht gezogen werden, so das mindestens eine Geldbusse, von 1000 Sfr als Sicherheitsleistung voraus geht. Sonst sollten sich die jenigen, die jetzt noch was zum maulen haben, sich selber an das Steuerrad eines Busses setzen und unter einem enormen Zeit/ Fahrplandruck fahren
  • Don  Mexico 08.11.2016
    kann es denn auch sein, dass Fahrer die Attakiert werden von der Leitung nicht einmal Unterstützung kriegen? Wäre auch mal eine Frage an die Allgemeinheit. Es fehlt doch hier auch die Unterstützung vom Betrieb. Aber solange der Fahrer funktioniert ist es ja nicht nötig ihm zu helfen. Unterstellung oder Tatsache?
    • Patrick  Kirchner aus Fürstenaubruck
      08.11.2016
      Nein leider richtig getippt! Der Chauffeur ist heut zu Tage nicht mehr wichtig sondern nur die Dienstleistung, die penetrante Art pünktlich an sein Ziel oder Umsteigemöglichkeit zu gelangen. Leider fehlt es vielen an den Wissen das man weder auf der Schiene , erst Recht nicht auf der Strasse irgendeine Zeit heraus fahren kann. SEV etc sind ebenfalls die Hände gebunden. Was soll man machen? Fahrplanzeiten so anpassen das genügend Zeit für den Kunden bleibt.