Berufs-Chauffeure haben die Nase voll Verbietet den Fussgängern die Kopfhörer!

Lastwagenführer und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (59) wollen ein Verbot für Kopfhörer im öffentlichen Bereich.

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Gehören Kopfhörer für Fussgänger verboten?

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Unfälle mit Fussgängern, die mit Kopfhörer Musik hören, häufen sich. Jüngstes Beispiel: Eine junge Frau (17) wurde am Montag in Schaffhausen auf dem Fussgängerstreifen angefahren und verletzt. Sie hatte wegen der Ohrstöpsel den herannahenden Lieferwagen nicht bemerkt.

Ende Mai starb bei Pully VD eine 18-Jährige, als sie mit Kopfhörern Zuggeleise überquerte und dabei überfahren wurde.

Jetzt haben Chauffeure die Nase voll, wie eine Umfrage von BLICK zeigt. Sie fordern ein Kopfhörerverbot auf den Strassen. «Ein Verbot wäre wichtig», sagt LKW-Fahrer Herbert Meerkerk (62). «Denn am Ende sind immer wir Fahrer die Dummen. Die Leute hören nichts und schauen nicht mal mehr.»

Auch Lastwagenführer Fabian Pfister (24) ist für ein Verbot. «Im Strassenverkehr muss man alle Sinne nutzen können.»

Der Aargauer Transportunternehmer und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (59) will Nägel mit Köpfen machen: «Das ist ein ganz grosses Problem. Leute mit Kopfhören sind nicht nur abgelenkt, sie hören auch den Verkehr nicht mehr. Kopfhörer gehören deshalb im öffentlichen Bereich verboten.» Bei Handys im Auto habe man ja auch Massnahmen ergriffen. «Ich verbiete jungen Menschen nicht gerne etwas, aber es ist zu ihrem ­eigenen Schutz nötig.» Giezendanner will das Problem politisch angehen: «Ich werde als Erstes eine Interpellation machen. Ich möchte vom Bundesrat wissen, ob in der Schweiz zu dem Thema etwas geplant ist.»

Der Chauffeur-Berufsverband Routiers Suisses will musikhörende Fussgänger in die Pflicht nehmen. Generalsekretär David Piras: «Fussgänger mit Kopfhörern sollten geradestehen für das, was sie verursacht haben.» Das würde heissen, dass die Fussgänger beziehungsweise deren Versicherung bei einem Unfall die ganzen Kosten übernehmen müssten.

Auch ÖV-Fahrer sind zunehmend mit dem Problem konfrontiert. Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der Verkehrsbetriebe St. Gallen: «Die Fussgänger sind sich oft nicht bewusst, was eine Vollbremsung für die Buspassagiere bedeutet, das ist gefährlich.»

Auch in Bern wird die Situa­tion kritischer. Rolf Meyer, Mediensprecher Bern Mobil: «Die Leute haben immer öfter Kopfhörer auf oder schauen auf ihre Smart­phones, für unsere Busfahrer wird es dadurch immer schwieriger. Jeder ist für seine eigene Sicherheit verantwortlich, Eigenverantwortung ist gefragt.»

Der Schweizerische Fahrlehrerverband macht schon in seinen Kursen auf die Unsitte aufmerksam. Vorstandsmitglied Peter Kupferschmied: «Wir sagen Fahrschülern und Lastwagenfahrern in Weiterbildung, sie müssten besonders auf Leute achten, die mit dem Gesicht leicht nach unten geneigt rumlaufen.»

Noch gibt es keine Schweizer Statistik über Unfälle von Fussgängern mit Kopfhörern. Dafür gibt es Daten aus den USA: Dort hat sich die Zahl solcher Unfälle seit 2005 verdreifacht. Die Mehrheit dieser Unfälle endete tödlich.

Publiziert am 17.07.2013 | Aktualisiert am 16.07.2013
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245 Kommentare
  • Henry  Crapaux , via Facebook 18.07.2013
    Ich fahre mit Kopfhörern Velo, schliesslich fahre ich auch mit Autoradio Auto, da höre ich auch nichts, ich passe auf und halte mich an die Verkehrsregeln. Wenn der Verkehr zu dicht ist wird die Musik ausgeschaltet. Auf Musik muss man nicht antworten, auf einen Telefonpartner schon und das lenkt wirklich ab. Deshalb sollten Berufschauffeure gänzlich aufs telefonieren verzichten, denn dass ist wirklich gefährlich.
  • A.  Schmid 18.07.2013
    Ich laufe seit über 10 Jahren mit Kopfhörern in den Ohren in der Landschaft herum und hatte noch nie auch nur eine annährend brenzlige Situation mit einem Motorfahrzeug. Wenn ich nichts höre, dann schaue ich eben einfach 2x besser um so die Gefahren zu erkennen. Werde ich in meiner Freiheit nun eingeschränkt wegen ein paar ganz Dummen auf der Welt, werde ich künftig die Musik einfach mit Boxen hören. Mich stört es nicht, die anderen hat es nicht zu stören den Kopfhörer sind verboten.
  • Oliver  Caspari aus Wil
    18.07.2013
    Gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme sowie eine Portion weniger Egoismus und Gleichgültigkeit auf allen Seiten. Akspekte die das gemeinsame Zusammenleben einfacher machen und somit auch auf die grosse Anzahl Verbote und Gesetze verzichtet werden könnte.
  • Walter  Portmann 18.07.2013
    Ich habe kein Handy und damit ist das Thema für mich erledigt !
    Jeder, der verunfallt, weil er nichts hört und nur mit seinem "Vibrator-Gerät" beschäftigt ist, soll nicht jammern !
  • Adrian  Hostettler , via Facebook 18.07.2013
    Ich bin mein Leben lang Fussgänger. Ich habe alle Arten von Fussgängerstreifen kennengelernt. Es gab nie ein Problem wenn ich mich an gewisse Regeln gehalten habe Beachten der Strasse, Vorfahrt des Autos, Signal des Fahrers zur Überquerung, keine Ablenkungen. Ich habe dann Probleme bekommen wenn ich mich nicht daran gehalten habe. Wie kann man davon aus gehen dass der "Schwächere" Passant gegenüber dem "Stärkeren" Fahrer Vortritt hat? Blödsinn! Somit weg mit allen Ablenkungen