Bernhard Eugster (75) aus Ennenda GL streitet wegen Brombeeren mit der Gemeinde Ihm wächst es über den Kopf

ENNENDA GL - Brombeer-Sträucher überwuchern das Häuschen von Bernhard Eugster (75). Die Pflanzen kommen aus dem Wald der Gemeinde, die das wenig kümmert. Der Rentner ärgert sich dagegen grün und blau.

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Bernhard Eugster (75) hat Streit mit der Gemeinde Glarus: «Die wollen ihre Brombeersträucher partout nicht schneiden.» Siggi Bucher

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Eigentlich wollte sich Bernhard Eugster (75) nur seinen Traum erfüllen. Mit dem Geld aus der Pensionskasse kaufte der Appenzeller ein Häuschen am Waldrand in Ennenda GL. Doch statt ­eines geruhsamen Lebensabends hat der Rentner nur Ärger mit der Gemeinde.

Eugster nervt sich seit Jahren über wilde Brombeerbüsche, die seine Hausmauer und das Dach überwuchern: «Die Balken werden feucht und faul», sagt er. Das Schneiden sei jedoch nicht seine Aufgabe: «Die Büsche kommen aus dem Wald der Gemeinde. Deshalb muss die sich endlich darum kümmern.» Das Dörfchen Ennenda gehört seit 2011 zum Kantonshauptort Glarus. Gegenüber BLICK wollen sich die zuständigen Personen nicht zum Brombeer-Streit äussern: «Wir nehmen derzeit keine Stellung.» Man suche in einem ersten Schritt das persönliche Gespräch mit Bernhard Eugster.

Ein erster Schritt, der reichlich spät kommt. Bernhard Eugster schrieb wegen der Brombeeren schon mehrere Briefe, ohne Erfolg. «Die alte Gemeinde Ennenda hatte helle Freude daran, dass ich mich über die Sträucher ärgere», behauptet er. Und: «Die neue hat es auch.» Für ihn ist klar: «Ich ziehe den Streit vor das Kantonsgericht.» Vor Jahren wollte ­Eugster das Stück Wald sogar kaufen, damit er sich selber um die wilden Brombeeren kümmern kann. Das Angebot der Gemeinde empfand er als Provo­kation: «Man verlangte 240 Franken pro Quadratmeter. Und ich bekäme es auch nur, wenn ich mehr kaufe als nötig.» Über diesen Vorschlag kann er nur lachen: «Ich weiss von jemandem, der flaches Bauland für 170 Franken den Quadratmeter bekommen hat.»

Mittlerweile ist sich Eugster sicher, dass manche im Dorf etwas gegen ihn haben: «Ich bin halt Appenzeller und kein Einheimischer.» Er betont aber, dass es auch Glarner gebe, die Zuzüger herzlich empfangen.

Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 29.10.2016
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  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    29.10.2016
    Wenn die Gemeinde "Flurschaden" anrichtet, ist die Beseitigung auf Kosten der Gemeinde rechtens und kann auch einem Aussenstehenden übertragen werden.
  • Brigitte  Baumgartner , via Facebook 29.10.2016
    Herr Eugster, pflücken Sie doch zuerst die Brombeeren, und nachher können Sie die Ausläufer der Brombeeren schneiden, auch bei uns wachsen wilde Brombeeren, wir pflücken Sie, auch andere Einwohner kommen mit Gefässen um zu pflücken, nachher schneiden wir die Ausläufer ganz einfach retour, die Gemeinde macht auch da nichts, also selber etwas machen und sie über die feine Frucht freuen die Zeit ist noch gut, also schneiden Sie es jetzt noch ab,
  • Faniella  Diwani , via Facebook 29.10.2016
    Wie wäre es mit Selbsthilfe? Was über die Grenze wächst darf abgeschnitten werden. Und gegen Glyphosateinsatz (ich will keine Marken bewerben) in der eigenen Gemarchung dürfte die Gemeinde auch keine Handhabe haben. Aber wenn es Spass macht kann man natürlich auch die Gerichte beelenden. Bis die es geregelt haben ist das Haus überwuchert und der Fall bei den Erben.
  • Annemarie   Setz 29.10.2016
    Das sind wieder enorme Sorgen die Leute in der Schweiz haben. Wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück. Ich kann mir vorstellen, dass da gegenseitige Abneigung herrscht, wegen der Beschwerdebriefe. Besser wäre es, es gäbe ein Gespräch zwischen Gemeinde und dem Häuschenbesitzer. Wenn die Gemeinde einverstanden ist, kann die Brombeeren selber schneiden oder auf dem Dach von einem Fachmann schneiden lassen. Der Schritt in die Medien ist auf jeden Fall keine guter. Das gibt eher Häme.
  • stefan  Könitzer aus Frauenfeld
    29.10.2016
    Leute ziehen an den Waldrand und wundern sich dann über Pflanzen, die wachsen. Leute ziehen an ein Bahngleis und wundern sich dann über Zuglärm. Leute ziehen neben das Bolgen Plaza und ärgern sich über Partylärm. Leute ziehen nach Kloten und ärgern sich über Fluglärm. Und wo sind die Leute, die vorher studieren?