Schmid zeigte sich erstaunt, dass die Berner Polizei nicht davon abgeraten hatte, den Umzug überhaupt durchzuführen, wie er im «Tagesgespräch» von Radio DRS sagte. Er habe sich gegenüber den Organisatoren für eine statische Demonstration auf dem Bundesplatz eingesetzt.
«Das wäre eine viel einfachere Aufgabe für die Polizei», sagte Schmid. Die Partei habe sich auf die Zusagen der Polizei verlassen.
Er mache zudem ein Fragezeichen zum Kräfteansatz, den man bei der Polizei gehabt habe. «Mir tun die Polizisten leid, die den Kopf hinhalten mussten in einem Dispositiv, das offensichtlich ungenügend gewesen ist», sagte Schmid. Es sei sicher eine Nachbearbeitung nötig.
Aber auch ein Organisator müsse sich überlegen, was passiere, wenn das Dispositiv der Polizei nicht ausreiche. Die Umgebung sei nach all dem was mobilisiert worden sei nicht gerade dazu angelegt gewesen, zum Vornherein einen gesicherten schönen und farbenprächtigen Umzug zu machen. (AP)
Alle Verletzten aus Spital entlassen
Auch zwei Tage nach den Krawallen am Rande der SVP-Wahlveranstaltung sind bei der Berner Stadtpolizei Anzeigen eingegangen. Sie rief dazu auf, Foto- und Bildmaterial zur Verfügung zu stellen, um strafbare Handlungen verfolgen zu können.
Bis Ende Woche werde man vermutlich ein genaues Bild über die Schadenssumme haben, sagte ein Polizeisprecher. Die Summe belaufe sich aber sicher auf über 100000 Franken. Von den 42 Personen, die vorübergehend festgenommen wurden, stammen elf aus dem Kanton Bern, eine Person aus Frankreich und der Rest aus der übrigen Schweiz.
Geprüft wird eine Anzeige gegen die Organisatoren der Gegendemonstration. Sie sei der Ansicht, dass die Organisatoren der Gegendemonstration gegen das Demonstrations-Reglement der Stadt verstossen haben und würde juristische Schritte prüfen, hiess es bei der Stadtpolizei.
Die acht Personen, die wegen Verletzungen im Spital behandelt werden mussten, konnten alle entlassen werden. Insgesamt waren 21 Personen verletzt worden, davon 18 Polizisten. Einige Polizisten wurden mit einer unbekannten Flüssigkeit besprüht. Diese sei aber weniger gefährlich als zunächst befürchtet und führe zu keinen Verätzungen, sagte der Polizeisprecher.
Die Polizei will die Vorfälle vom Samstag genau analysieren. Es seien Fehler passiert, so ein Sprecher. Man sei von der Gewalt und der Guerillataktik überrascht worden. Nicht die Zahl der Polizisten sondern vermutlich deren operativer Einsatz wäre vermutlich anders erfolgt, wenn man vom Vorgehen der Randalierer gewusst hätte. (AP)