Berner Gefängnisdirektor kritisiert Gefängnis Limmattal «So ein Fall darf einfach nicht passieren»

DIETIKON ZH - Der Chef der Strafanstalt Witzwil findet nicht witzig, was die Zürcher Kollegen machen.

Witzwil-Direktor Hans-Rudolf Schwarz. play
Witzwil-Direktor Hans-Rudolf Schwarz. Foto: Peter Gerber

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Ein Gefängnisausbruch, leicht wie ein Spaziergang: In der Nacht auf Dienstag bricht der Vergewaltiger Hassan Kiko (27) aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon ZH aus – freigelassen von seiner Wärterin Angela Magdici (32). Während das Paar das Weite sucht, hält der zweite Aufseher ein Nickerchen.

Mit diesen Bildern fahndet die Polizei nach Hassan Kiko und Angela Magdici. Hasssan Kiko sass wegen Vergewaltigung hinter Gittern. Angela Magdici (32) arbeitete seit 2013 als Gefängniswärterin. play
Mit diesen Bildern fahndet die Polizei nach Hassan Kiko und Angela Magdici. Kapo ZH

Das Gefängnis Limmattal gilt in der Schweiz als eines der modernsten seiner Art. Dass der Syrer auf diese Weise türmen konnte, gibt zu denken.

«Das ist ganz schlecht für unser Image»

Bereits zeigten sich andere Schweizer Gefängnisse vom Vorfall in Dietikon irritiert (BLICK berichtete). Nun setzt Hans-Rudolf Schwarz, Direktor der Berner Strafanstalt Witzwil, noch einen drauf. Im Interview mit Radio Energy sagt er: «So ein Fall darf einfach nicht passieren.»

Durch den Vorfall in Dietikon sieht Schwarz den Ruf des gesamten Gefängniswesens ramponiert: «Das ist ganz schlecht für unser Image.»

Für den Berner Gefängnisdirektor besonders frustrierend: «Gerade in den vergangenen Jahren sind grosse Anstrengungen unternommen worden, um Aufseher hinsichtlich Distanz und Nähe zu Häftlingen zu sensibilisieren.» Dazu würden entsprechende Ausbildungsmodule angeboten.

Für Hans-Rudolf Schwarz ist klar, dass gewisse Schweizer Anstalten über die Bücher müssen. «Ich plädiere stark dafür, dass nie eine Frau oder ein Mann alleine Aufsicht hat.» (vsc)

Publiziert am 11.02.2016 | Aktualisiert am 12.02.2016
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Gefängnisdirektor Limmattal «Vertrauen wurde missbraucht»

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6 Kommentare
  • Philipp  Zurigo aus Zürich
    12.02.2016
    Es darf nie sein, dass jemand alleine die Aufsicht hat, während die andere Person am Schlafen ist. Wir können froh sein, dass Angela nicht gleich alle Zellen geöffnet hat und alle Insassen rausgelassen hat
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    12.02.2016
    Die Schwachstelle in diesem Fall liegt beim Stelleninhaber der Leitung des Personalbüros. Er muss Kandidaten auf Herz und Niere testen. Der Direktor darf ihm nominierte Kandidaten als adäquat betrachten.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    12.02.2016
    Also, ich erinnere die Zeit, als im Kanton Bern alle drei Monate ein Untersuchungsgefangener abhaute. Die kletterten über das Dach, drückten das Gitter aus dem morschen Zement hinaus oder sie gingen ganz einfach durch die offene Türe. Ist ein paar Jahre her, aber nicht ewig.
  • Klaus  Meier 11.02.2016
    Es ist Zeit, dass unsere Justitzministerin Sommaruga endlich durchgreift, oder ebenfalls das Weite sucht. Einfach unglaublich, was hier in der Schweiz abläuft! Strafvollzug, Ausschaffung und Asylwesen !!
  • Paul  Meier , via Facebook 11.02.2016
    Was ich nicht verstehe ist dass offenbar die Nachtschicht dieser Strafanstalt aus 2 Personen besteht. Und von den beiden ist einer am Schlafen! Da ist ja jede WK Sonntagswache straffer organisiert. Wenn jemand Nachtschicht hat dann wird doch nicht geschlafen. Da sind ja keine Nachtportiers in einer Familienpension.
    • Simon  Schenk 12.02.2016
      Unglaublich aber wahr. Jede Kaserne in der Schweiz, welche von demotivierten, unachtsamen und alkoholisierten Wachsoldaten bewacht wird ist sicherer als ein schweizer Gefängis. Eine einzige Frau kann sämtliche (nicht vorhandene?) Sicherheitssysteme ausschalten und gemütlich aus dem Gefängnis spazieren. Ohne dass weiteres Wachpersonal aktiv ist. Ohne nötige Genehmigungen. Wenn ich das meinen Amerikanischen Freunden erzähle, lachen die mich 30 Minuten aus!