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Ein Automobilist wollte bei einem unüberwachten Bahnübergang sein Fahrzeug wenden. Dabei fuhr er rückwärts über die Gleise – und übersah den heranbrausenden Zug! Dieser erfasste das Auto seitlich und schleuderte es fort.
Das Fahrzeug kam auf der nahen Hauptstrasse zum Stillstand, wie das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland und die Kantonspolizei mitteilten.
Der Lenker und sein Mitfahrer im Innern hatten keine Chance: Einer von ihnen wurde aus dem Auto geschleudert und blieb tödlich verletzt auf der Strasse liegen. Der andere, der ebenfalls tödliche Verletzungen erlitt, wurde von der Feuerwehr aus dem Wrack geborgen.
Wegen des Unfalls mussten die Strasse durchs Simmental und die Bahnstrecke Spiez-Zweisimmen der BLS längere Zeit gesperrt werden. Busse transportierten die Zugreisenden.
Laut einem Sprecher der BLS beträgt die zugelassene Geschwindigkeit für Züge auf dem fraglichen Streckenabschnitt 100 Stundenkilometer. Der Bahnübergang ist nur mit einem Andreaskreuz gesichert und weist laut dem BLS-Sprecher weder Blinklicht noch Barrieren auf.
2002 schon ein tödlicher Unfall
Auf dem gleichen Bahnübergang in der Ebene zwischen Reidenbach und Weissenbach war es schon im Juli 2002 zu einem tödlichen Unfall gekommen: Der Zug schleifte damals ein Auto 300 Meter weit mit. Auch hier starben beide Insassen.
Aufhebung geplant
Die BLS will denn auch gemeinsam mit der Gemeinde Boltigen den Bahnübergang aufheben. Geplant ist, dass zwischen den Dörfern Boltigen und Weissenbach sieben Bahnübergänge durch eine neue Unterführung ersetzt werden, wie BLS-Sprecher Schaer ausführte.
Das Plangenehmigungsgesuch wurde im Dezember eingereicht. Schaer rechnet damit, dass das Verfahren ein Jahr dauert. Folglich dürfte der Übergang 2010 aufgehoben werden.
Als besonders gefährlich galt er aber trotz des Unfalls von 2002 nicht. In diese Kategorie fallen Übergänge, bei denen der Zug weniger als sechs Sekunden vor der Passage sichtbar wird. Das Bundesamt für Verkehr erklärte Ende 2008, 183 der 190 Bahnübergänge dieser Kategorie seien saniert.
In der Schweiz verbleiben aber 3155 unbewachte Bahnübergänge. 600 davon, bei denen die Sichtzeit zwischen 7 und 12 Sekunden beträgt, sollen bis spätestens 2014 saniert werden. (SDA/gux)