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Der Rentner Peter Kneubühl (67) wehrt sich gegen die Versteigerung seines Hauses. Er hat ein Gewehr, mit dem er in der Nacht auf Donnerstag einen Elitepolizisten schwer verletzt hat (BLICK berichtete). Bis Redaktionsschluss hatte die Polizei noch keine Spur des Rentners.
Die Chronologie am Tag 3
0.30 Uhr
Kneubühl dringt unbemerkt ins Bieler Linde-Quartier ein und schiesst aus grosser Distanz auf die Polizei. Einsatzleiter François Gaudy: «Wie erwiderten sofort das Feuer, allerdings ohne Kneubühl zu treffen.» Der Rentner flüchtet. Ein Superpuma der Armee kreist mit einer Wärmebildkamera bis 2.15 Uhr über dem Gebiet. Die Einsatzkräfte werden verstärkt.
6.40 Uhr
Mitglieder einer Sondereinheit nisten sich in der Nachbarschaft bei einem jungen Paar ein. Drei Polizisten stellen sich hinter das Haus des Amokschützen.
7.00 Uhr
Die Polizei sperrt das Gebiet wieder ab. Basler Spezialeinheiten lösen ihre Aargauer Kollegen ab. Die Sondereinheiten positionieren sich wieder auf dem Grundstück von Kneubühl.
7.30 Uhr
Besorgte Eltern kontaktieren die Schule Linde im Quartier. Der Unterricht fällt erneut aus.
10.00 Uhr
Die Polizei findet kein aktuelles Bild von Peter Kneubühl. Sie bearbeiten eines aus den 80ern.
11.00 Uhr
Pressekonferenz im Kongresshaus. Barbara Schwickert, Sicherheitschefin der Stadt Biel, dankt der Polizei für die «sehr kompetente Arbeit». François Gaudy, Chef Regionalpolizei Seeland, sagt: «Wir müssen unsere Massstäbe eventuell ändern. Wenn wir angegriffen werden, müssen wir uns verteidigen.» Und: «Wir müssen feststellen, dass Kneubühl kein alter Opa, sondern ein gewaltbereiter und fitter Mann ist.»
11.35 Uhr
Die Polizei bewacht sich jetzt auch selber, umstellt den Posten in Biel. Auch das Richteramtsgebäude steht unter Polizeischutz. Jemand meldet, dass der Amokschütze gesehen wurde. Mehrere Einheiten rücken aus.
12.30 Uhr
Spezialeinheiten suchen in der Region Leubringen-Magglingen, hoch über dem Bielersee, nach dem flüchtigen Rentner. Be-waffnete Polizisten kontrollieren den Eingang zur Seilbahn, die von Biel in die Nachbargemeinde hinauffährt. Ein Armee-Heli zieht seine Kreise.
16.35 Uhr
Spezialeinheiten dringen in das Haus an der Waldrainstrasse 14 ein. Sie liegt parallel zum Mon-Désir-Weg, Kneubühls Adresse.
17.00 Uhr
Die Polizisten verlassen das Haus an der Waldrainstrasse.
17.15 Uhr
Die Polizei beginnt, im Linde-Quartier Flugblätter zu verteilen. Darauf steht unter anderem: «Für Ihre Besorgnis über diese Situation haben wir Verständnis.» Und: «Wahren Sie Ihre Sicherheit und kontaktieren Sie Herrn Kneubühl nicht selber.»
18.13 Uhr
Die Polizei verschickt eine neue Medienmitteilung. Es bestehe «kaum unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Seine Wut und sein gewalttätiges Verhalten» richte sich primär gegen Verwaltungsstellen und vorab gegen die Polizei. «Trotzdem ist wegen seines unberechenbaren Verhaltens grosse Vorsicht angebracht.» Die Polizei setzt neu auch getarnte Einsatzkräfte ein.
19.15 Uhr
Elitepolizisten umstellen erneut ein Haus in der Nähe des Mon-Désir-Wegs. Nach ein paar Minuten ziehen sie wieder ab. Ein Nachbar von Peter Kneubühl: «Ich habe keine Angst vor ihm. Ich kann mir aber vorstellen, dass er eine Geisel nimmt.»
20.00 Uhr
Vor dem Polizeiposten in Biel herrscht weiter reger Betrieb. Im Linde-Quartier sind Elite-Polizisten stationiert. Es herrscht eine unheimliche Stille.