
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
F.U. (17) tauchte zusammen mit ihrem «Mann» Naim Cherni in der «Arena» auf. (Screenshot SF)
Die Eltern von F. haben am 28. März eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben. Denn seit ihre 17-Jährige Tochter an ein mehrtägiges «Islamisches Treffen» des Islamischen Zentralrates der Schweiz IZRS in Disentis GR ging, kehrte sie nicht mehr zurück. Und das ist F. bis heute nicht.
Die Eltern wissen auch wieso. Ihre Tochter sei in die islamistische Szene geraten und komme dort nicht mehr heraus, sagen die Eltern von F. gegenüber der «Weltwoche». Schlimmer noch: F. wird laut dem Wochenmagazin von der Führung des IZRS versteckt – hat offenbar sogar den Generalsekretär des Zentralrates, Naim Cherni, heimlich geheiratet.
F. werde in Biel versteckt gehalten, lebe in einer Wohnung von Chernis Onkel und sei von einem deutschen Iman aus Kreisen des Radikalpredigers Pierre Vogel nach islamischem Ritus mit Cherni getraut worden. Offenbar haben Cherni und die Führung des IZRS auf die junge Frau einen dermassen grossen Einfluss, dass diese zustimmte, Familie, Freunde und das gesamte vertraute Umfeld hinter sich zu lassen.
Die Eltern, beides Kurden, erzählen, wie sich ihre Tochter in den letzten Monaten immer mehr veränderte: Wo F. früher gern in den Ausgang ging, ein Sporttalent war und sogar eine Lehrstelle beim Bund ergattern konnte, begann nach der Bekanntschaft mit Naim Cherni vor einigen Jahren nach den Regeln des Korans zu leben. Sie verhüllte sich in schwarze Kleider, zog keine Bikinis mehr an, gab Freunden nicht mehr die Hand.
Cherni übte immer stärkeren Einfluss auf das Mädchen aus: Sie durfte laut «Weltwoche» kein Radio und weltliche Musik mehr hören, musste um Erlaubnis fragen, wenn sie rausgehen wollte, durfte keinen Kontakt mehr mit Cousinen haben, die ausgingen und Alkohol tranken. Selbst an Familienfeiern tauchte F. nicht mehr auf.
Sie wurde nach und nach zur Fundamentalistin. Ihre Eltern wurden für das Mädchen zu «schlechten Menschen», da sie Ungläubige waren. «Unsere Tochter ist einer Gehirnwäsche unterzogen worden», sind die Eltern von F. überzeugt.
Seit dem Treffen der Islamisten in Disentis Ende März verschwand die 17-Jährige ganz. Eine Vermisstenanzeige der Eltern brachte nichts. Die Behörden in Köniz sind nicht gewillt, den Eltern zu helfen und das Mädchen zu finden und ins Elternhaus zurückzubringen.
«Wir wollen einfach unser Kind zurück», so der Vater. Doch Gemeinderat Ueli Studer (SVP) hat dafür wenig Verständnis: Es sei nicht erkennbar, dass F. unter Druck gesetzt oder verführt worden sei! «Meine Leute», meint Studer in der «Weltwoche», «sind professionell. Sie würden spüren, wenn da etwas wäre.»
Die Eltern von F. trauten dann ihren Augen nicht, als ihre vermisste Tochter letzten Freitag am Fernsehen, in der Politsendung «Arena», auftauchte. An der Seite von «Ehemann» Naim Cherni. In Schwarz gehüllt versicherte sie: «Ich trage diese Kleidung freiwillig und kämpfe seit neun Monate darum, praktizierende Muslimin zu sein.»
Schlimm für Eltern, dass die beiden im nationalen Fernsehen behaupteten, sie hätten von der Familie von F. Todesdrohungen erhalten. «Eine unglaubliche Lüge», sagen die Eltern von F. Sie haben noch immer keinen Kontakt zur abgeschirmten Tochter aufnehmen können. (gux)
play
Nicolas Blancho, der Präsident des IZRS, macht immer wieder Schlagzeilen mit seinen radikalen Ansichten. (EQ Images)