Überstreichungsbefehl für Willy Zysset (68) bleibt Stadt Biel kann Petition für das «orange Haus» nicht erfüllen

BIEL - Die Lokalposse um ein orange angestrichenes Haus in Biel ist um ein Kapitel reicher. Die Bieler Stadtbehörden können aus rechtsstaatlichen Gründen eine von über 4000 Personen unterzeichnete Petition zugunsten des bunten Gebäudes nicht erfüllen, das Willy Zysset (68) im Jahr 2014 orange anstreichen liess.

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Die Stadtregierung verweist auf den Umstand, dass die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion als Rekursinstanz den Entscheid der Bieler Behörden bereits bestätigt hat. Ausserdem sei ein unabhängiges Fachgremium zur gleichen Beurteilung gelangt.

Würde nun der umstrittene Überstreichungsbefehl aussergerichtlich aufgehoben, so wie die Petition das möchte, würde die Stadt Biel gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstossen. Das schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Mittwoch.

«schwere Verletzung des Gewaltenteilungsverbots»

Die Stadtregierung habe erstens nicht die Kompetenz dazu und zweitens wären solche Versuche eine schwere Verletzung des Gewaltenteilungsverbots.

Das letzte Wort in dieser Sache ist aber ohnehin noch nicht gesprochen. Das bernische Verwaltungsgericht wird sich mit dem Überstreichungsbefehl befassen müssen, da der Entscheid angefochten wurde.

Das orange Haus sorgte gegen Ende September für Schlagzeilen. Der Besitzer hatte die verwitterte Fassade seines zweistöckigen Hauses vor zwei Jahren für rund 27'000 Franken neu streichen lassen - leuchtend orange (BLICK berichtete).

Das war dem Bieler Stadtplanungsamt zu bunt und es forderte den Rentner auf, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Tausende Menschen bekundeten daraufhin Solidarität mit dem Hausbesitzer, unter anderem in Form einer von der SVP lancierten Petition. (SDA)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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15 Kommentare
  • Peter  Stahl aus Baden
    03.11.2016
    ja aber dass ist ja logisch...es wird in der Regel zuwenig auf das Ortsbild geachtet und Behörden sollten viel mehr eingreifen. Es geht um die Harmonie einer Umgebung..es muss passen..sowie ein Anzug nie mit Turnschuhen geht..passt auch nie..als direkter Nachbar..würde mich die Farbe sehr stören...wenn man durch die Strasse fährt fällt es einem ins Auge..geht gar nicht. Ein bisschen mehr Designverständnis wäre angebracht, anstelle Solidaritätsbekundung mit einem Farbverliebten.
  • Michael  Koch 02.11.2016
    Als ob es hier noch um ein Haus ginge...
    Es muss in Biel definitiv einige übermotivierte, aber unterbeschäftigte Personen geben die auch noch stolz auf ihre unflexible Art sind.
  • Hundertpfund  Claudio 02.11.2016
    Bringt ja keine Farbe in die Betongrauen Wohngebiete. Es könnte schlafende Würdenträger au dem Tiefschlaf wecken.
  • Sonja  Zwicker 02.11.2016
    Ständig heisst es, man könne dies oder jenes nicht umsetzen, weil zu wenig Personal zur Verfügung stünde!? Aber um zwei Jahre mit Verhandlungen wegen der Überstreichung eines schönen Hauses zu verschwenden, haben die Behörden anscheinend genug Zeit!
    Die Bieler Stadtbehörden sind nicht nur kleinliche Bünzli, sondern anscheinend auch masslos unterfordert!
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    02.11.2016
    Es fehlt an gutem Willen. Dieses schöne Haus, das sich wohltuend von der langweiligen Umgebung abhebt, soll so bleiben. Die orange Farbe verblasst in wenigen Jahren und das Haus wird nicht mehr so schön strahlen. Es kommt von alleine zum "Normalzustand" zurück. Ich sehe allerdings einen grossen Bedarf, solche und ähnlich sinnlose Vorschriften aus den Verordnungen zu kippen. Und zwar schnell.