Türken-Demo von Kurden attackiert: 5 Verletzte nach Berner Amok-Fahrt

BERN - Ein schwarzer Mercedes ist am Rande einer Türken-Demo in Bern in eine Menschenmenge gerast, fünf Menschen wurden dabei verletzt. Insgesamt gab es bei den Zusammenstössen zwischen Kurden und Türken am Samstag mindestens 22 Verletzte.

Mitten in Bern: Auto rast in Menschenmenge

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Ein neues Schock-Video zeigt den schwarzen Mercedes Kombi, der bei der Türken-Demo am Samstag in der Berner Innenstadt ohne abzubremsen in eine Personengruppe fuhr. Gemäss den Bilder fuhr der Lenker auf der Schwellenmattstrasse wohl absichtlich in die Personen, die einen zweiten schwarzen Mercedes bedrohten. Das berichten auch Augenzeugen.

Bei dem Vorfall mit den beiden Autos wurden 5 Personen verletzt. Zwei davon derart,  dass sie wie auch der Autolenker mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden mussten. Ebenfalls verletzt wurde der Fahrer eines zweiten Autos. Auch er musste in Spitalpflege verbracht werden, wie die Polizei schreibt. Wie der Lenker des zweiten Autos verletzt wurde, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

Am Samstag war es bei Demonstrationen zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen türkischen Nationalisten und PKK-Anhängern gekommen.

Polizei setzte Gummischrot ein

Die Berner Kantonspolizei hatte ein Zusammentreffen der rivalisierenden Gruppen zuvor zu verhindern versucht. Die Demo der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die der türkischen Regierungspartei AKP nahesteht, war bewilligt.

Als sich auf dem Helvetiaplatz vor Beginn dieser Kundgebung mehrere Hundert Personen für eine unbewilligten Gegendemo versammelten, versuchte die Polizei die Gruppe Gegendemonstranten dazu zu bewegen, den Veranstaltungsort zu wechseln. Doch die Teilnehmer hätten sich geweigert, den Platz zu verlassen, schreibt die Polizei. Man habe schliesslich beschlossen, den Platz zu räumen. Dabei griffen die Demonstranten die Polizisten an und verletzten mehrere Beamte.

Zur Gegendemo aufgerufen hatte gestern die linksautonome Gruppierung Revolutionäre Jugend Bern. Unter dem Titel «Gegen den Krieg und das Massaker in Kurdistan!» forderte sie Ihre Anhänger über ihre Homepage dazu auf, auf die Strasse zu gehen und gegen die «andauernden Angriffe des türkischen Staats gegen die kurdische Zivilbevölkerung» zu protestieren. Die Bewilligung für die Demo sei ihnen kurz vor Versammlungsbeginn wieder entzogen worden, teilen die Organisatoren in einer Stellungnahme mit.

5 Polizisten verletzt

Weil die Teilnehmer der Gegendemo den Platz nicht verlassen wollten, hatte die Polizei die Veranstalter der bewilligten Demo am frühen Nachmittag gewarnt. Sie sollen sich aus Sicherheitsgründen nicht auf dem Helvetiaplatz besammeln, lautete die Weisung der Polizei.

Doch die Demonstranten kamen dennoch zum Platz – und die Krawalle begannen. Es sei «immer wieder zu gegenseitigen Provokationen, Scharmützeln und gewalttätigen Übergriffen» gekommen, schreibt die Polizei im Communiqué. Sie setzte Tränengas und Gummischrot gegen die gewalttätigen Demonstranten ein.

Insgesamt wurden mehr als 22 Demo-Teilnehmer, davon fünf Polizisten und ein Polizeihund bei den Ausschreitungen verletzt. Der Polizeieinsatz dauerte bis in die Abendstunden, weil noch zu einer dritten Demonstration am Abend aufgerufen wurde.

So kam es denn gegen 20 Uhr vor der Schützenmatte zu erheblichen Sachbeschädigungen. Als die Polizeikräfte dort anrückten, wurden diese massiv attackiert. Steine und Flaschen flogen, Feuerwerkskörper wurden gezündet. (lha/bih)

Publiziert am 13.09.2015 | Aktualisiert am 12.10.2015
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