Tod vor dem Sexclub Gericht bestätigt lange Freiheitsstrafe

RAPPERSWI BE - Der Tod eines Kosovaren im Herbst 2013 vor einem Sexclub in Lätti bei Rapperswil war kein Unfall, sondern eine vorsätzliche Tötung.

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Das bernische Obergericht hat damit ein Urteil des Regionalgerichts Biel bestätigt. Es verurteilte den Täter, einen 44-jährigen Mazedonier, wegen vorsätzlicher Tötung und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und neun Monaten. 

Das Obergericht reduzierte aber das Strafmass von zehn auf achtdreiviertel Jahre. Dies, weil es bei der vorsätzlichen Tötung den Eventualvorsatz stärker gewichtete, wie Oberrichter Andreas Weber sagte.

Denn der Beschuldigte habe mit dem Messerstich gegen den Kopf seines Kontrahenten dessen Tod nicht willentlich angestrebt, aber eine tödliche Verletzung in Kauf genommen. Die 11,6 Zentimeter lange Klinge des Taschenmessers drang durchs Auge bis ins Hirn.

Mord im Berner Sexclub: Obergericht bestätigt Schuldspruch für Tötung play
In dieser Kontaktbar sass der Täter vor dem Mord. BLICK

Vor Obergericht hatte der Verteidiger - wie schon vor dem Regionalgericht - Freispruch verlangt. Der Staatsanwalt beantragte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren.

Der Kosovare besuchte im September 2013 zusammen mit zwei Schweizer Kollegen den Sexclub 3000 in einem ehemaligen Motel. In der Bar kam es zu einer Schlägerei zwischen dem Kosovaren und dem Mazedonier – aus Eifersucht, wie das Gericht festhielt.

Opfer wollte Schadenersatz für zerrissene Goldkette

Die beiden Begleiter und die Damen des Etablissements vermochten zwar die Streithähne zu trennen. Auf dem Heimweg beschlossen die drei Kollegen aber, umzukehren und vom Mazedonier Schadenersatz für eine zerrissene Goldkette zu verlangen. Auf dem Parkplatz des Sexclubs eskalierte dann die Situation.

Vor dem Regionalgericht in Biel gab der Mazedonier zu, ein Messer auf sich getragen zu haben. Er wisse aber nicht, wer die Messerstiche ausgeführt habe, sagte er damals. Aufgrund von DNA-Spuren hatte das Gericht aber keinen Zweifel, dass er es war.

Verteidiger: Opfer rannte in das Messer

Der Verteidiger sagte am Dienstag dieser Woche vor dem Obergericht, niemand habe seinen Mandanten zustechen sehen. Vielmehr sei der Kosovare bei seinem Angriff auf den Mazedonier diesem ins Messer gerannt. Falls das Obergericht doch ein aktives Zustechen annehmen sollte, habe es sich um Notwehr gehandelt.

Beides verneinte das Obergericht, in Einklang mit dem Staatsanwalt. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeige, dass das Opfer langsam auf den Täter zuging. Da der Mazedonier mit dem Messer in der Hand mehrmals nach dem Kosovaren fragte, welcher im Auto wartete, habe er den Angriff herausgefordert.

Attacke vor den tödlichen Stichen war Notwehr

Eine Notwehrsituation anerkannte das Gericht hingegen beim vorangegangenen Angriff durch einen der Schweizer. Die drei Kopfschläge des Mazedoniers hätten aber zur Abwehr genügt. Dass er dann noch mit dem Messer in die Schulter des Schweizers stach, sei als Notwehr-Exzess zu werten.

Somit liege eine versuchte schwere Körperverletzung vor. Denn wer mit einem Messer auf den Oberkörper steche, müsse mit der Verletzung eines wichtigen Blutgefässes rechnen. (SDA)

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 11.11.2016
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3 Kommentare
  • Mark  Reist 11.11.2016
    Die Steuerzahler duerfen nun also derartige Fruechtchen beinahe ein Jahrzehnt durchfuettern. Warum machen sich hiesige Politiker nicht endlich fuer eine viel einfachere Loesung stark? Keine Gefaengnisstrafe fuer solche Straftaeter, dafuer lebenslaenglich Landesverweis, was automatisch eine Einreisesperre in den gesamten Schengenraum nach sich zieht. Das Einzige was diesen Zeitgenossen Eindruck macht.
  • Burkhard  Vetsch 11.11.2016
    Knapp 9 Jahre, wenn man einen umbringt!
    Nach 6 Jahren ist er wieder frei.
    Aber da noch Kollegen des Opfers da wahren, kann es schon Notwehr gewesen sein. Die Kamera sieht nicht 360°.
    3 gegen einen, möchte da nicht entscheiden müssen.
    • Marco  Hanhart aus Frauenfeld
      11.11.2016
      Vorsätzliche Tötung ist halt immer so eine Sache und kommt auf die Umstände drauf an. Wenn man aber bedenkt, dass 5 Jahre Freiheitsstrafe im Minimum drohen und es mit anderen Fällen vergleicht, ist es doch ein ziemlich hoch angesetztes Urteil.