DÜDINGEN - Ian (14) aus Düdingen ist der wohl jüngste App-Entwickler. Sogar in Nordkorea hat er Kunden.
Mit kleinen Tasten fing alles an. Die Grossmutter von Ian Boschung hatte Mühe, die Tasten auf dem iPad zu sehen, «und so kam ich auf die Idee, eigens für sie ein App zu entwickeln», erzählt der 14-Jährige.
Also las er sich ein in die Welt von Xcode, dem Entwicklerprogramm von Apple. Eine komplexe Software, auf der Profis ihre Apps entwickeln und die Kenntnisse in Programmiersprachen erfordert. Doch der Schüler aus Düdingen lernte schnell: «RecEasy», ein Dictaphone fürs iPhone, und «EasyPlayer», ein App zum Abspielen von Musik waren seine ersten Apps.
Eine Woche am Computer
Und eben: alles völlig Grossmutter-taugliche Programme. Mit «EasyZeugnis» hat er sich nun eine neue Zielgruppe erschlossen. Die App rechnet den aktuellen Notendurchschnitt aus.
«Eine Woche Entwicklungszeit in den Ferien habe ich mir dafür gegeben», erzählt Ian. «Das habe ich auch geschafft, allerdings war ich zum Teil bis abends um zehn am Computer.» Noch sind die eigenen Apps aber keine Goldgrube. 80 Franken hat ihm Apple im Juli nach Abzug von 30 Prozent Kommission überwiesen.
Dictaphone als Exportschlager
Der Renner ist übrigens derzeit «RecEasy». Das Sprach-Aufnahme-App wurde sogar in Ländern wie Nord-Korea, Japan und Brasilien runtergeladen. Und das obwohl es unzählige Gratis-Alternativen gibt. Doch für das leicht bedienbare App mit grossen Tasten scheinen viele bereit zu sein, einen Franken zu bezahlen.
Nun arbeitet Ian an seinem nächsten Projekt: ein App mit dem Galgenmännchen-Spiel. «Mein Traum wäre, mal an einem aufwändigen 3D-App mitzuarbeiten. Sowas, wo eine ganze Firma daran arbeitet.»
Vielleicht ergibt sich das ja noch. Sein Berufsziel ist auf jeden Fall klar: Etwas mit Informatik sollte es schon sein.
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