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Ein gezielter Hacker-Angriff – auf das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Es kommt einem vor, wie ein Titel aus einem Science-Fiktion-Film. Doch genau dies wurde letzte Woche in Bern Realität.
Profi-Hacker schleusten mit einer Spezial-Software Viren in die Informatik-Infrastruktur des EDA ein. Mit dem Ziel, geheime Informationen zu stehlen. Ob sie erfolgreich waren und welche Informationen sie eventuell gestohlen haben, ist zurzeit noch nicht bekannt. Auch wer hinter dem Angriff steckt ist noch völlig unklar.
Experten: Gaddafi-Angriff ist denkbar
Die Spekulationen überschlagen sich allerdings: Experten sprechen sogar schon von einem «Informationskrieg gegen die Schweiz». In einem Interview auf «Radio 1» äussert der ehemalige Geheimdienstchef, Peter Regli, den Verdacht, es könne sich um einen gezielten Angriff des Libyschen Geheimdienstes halten. «Es würde Sinn machen und es wäre möglich.»
Auch IT-Fachjournalist Kurt Haupt hält einen Zusammenhang mit der Libyen-Problematik nicht für ausgeschlossen. Das EDA sei für ausländische Spione ein interessantes Ziel und stehe hinsichtlich der «Gaddafi-Affäre» im Brennpunkt, so der IT-Experte im Interview mit «Swissinfo».
Es müssten Profis hinter der Attacke auf das EDA gesteckt haben, so Haupt. Denn: In das Informatik-Netzwerk eines Bundeshauses einzudringen sei «kein leichtes Unterfangen».
Die Schwachstelle sind die Mitarbeiter: Die Täter brächten die Angestellten dazu, einen Email-Anhang zu öffnen, der die gefährlichen Viren enthalte. «Sehr viele Hackerangriffe funktionieren auf einer psychologischen Ebene», schliesst IT-Journalist Haupt.
Bundesanwaltschaft ist bereits aktiv
Die Virenattacke auf das EDA könnte durchaus strafrechtliche Folgen für die Täter haben – sofern man diese findet. Die Tatbestände wären verbotener politischer Nachrichtendienst und unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem. Erste Vorabklärungen hat die Bundesanwaltschaft bereits eingeleitet. (s5j)