Sparen dürfen Behinderte und Kinder Berner Politiker erhöhen sich den Lohn um 50 Prozent

BERN - Der Kanton Bern ist fast Pleite. Das hält Politiker nicht davon ab, noch mal so richtig in die Steuerkasse zu greifen. Mitten in der Krise erhöhen sie sich den Lohn um satte 47 Prozent. Blick.ch zeigt, wer dafür frech genug war und wer sparen wollte.

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Der Tag begann mit grossen Worten. «Bern hat kein Problem bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben, und da müssen wir ansetzen», rief etwa SVP-Fraktionspräsident Peter Brand gestern früh in den Saal.

Fünf Stunden später war das bereits vergessen. Knapp lehnte das Parlament zwei Anträge ab, die genau da ansetzen wollten. Andreas Blaser (SP) und Daniel Steiner (EVP) verlangten, dass eine im Juni beschlossene Lohnerhöhung rückgängig gemacht wird. Es geht um 47 Prozent mehr Gehalt – fürs Parlament selbst. Für 40 Tage Arbeit pro Jahr gibts künftig fast 24'000 Franken. Netto.

«Dann wählt mich doch ab»

Doch nun war der Sparwille plötzlich nicht mehr ganz so gross, und der Tenor ein ganz anderer. Der neue Lohn sei gerecht, sagte BDP-Präsident Heinz Siegenthaler. «Wer anderer Meinung ist, kann mich ja abwählen.» Vergeblich erinnerte Urs Muntwyler (Grüne) seine Kollegen daran, «dass wir doch da sind um zu dienen, nicht um zu verdienen». Am Ende stimmten EDU und BDP geschlossen für mehr Lohn, SVP und FDP mehrheitlich. Den Ausschlag gaben nur gerade zwei Stimmen – bei zehn Enthaltungen.

Und damit wird das Kantonsbudget nun Jahr für Jahr um zusätzliche 1,7 Millionen belastet – und die müssen nun andernorts eingespart werden. Ab heute diskutiert der Rat nun Kürzungen bei Schulen und im Behindertenbereich. 

Publiziert am 21.11.2013 | Aktualisiert am 21.11.2013

Diese Politiker stimmten für mehr Lohn

Markus Aebi (SVP), Ueli Augstburger (SVP), Alfred Bärtschi (SVP), Hans Baumberger (FDP), Peter Bonsack (EDU), Peter Brand (SVP), Christian Brönnimann (BDP), Manfred Bühler (SVP), Andreas Burren (SVP), Peter Eberhart (BDP), Jakob Etter (BDP), Erich Feller (BDP), Gerhard Fischer (SVP), Ueli Frutiger (BDP), Thomas Fuchs (SVP), Jan Gnägi (BDP), Anne-Caroline Graber (SVP), Pierre-Yves Grivel (FDP), Monika Gygax (BDP), Adrian Haas (FDP), Christian Hadorn (SVP), Franz Haldimann (BDP), Anita Herren (BDP), Erich Hess (SVP), Thomas Heuberger (Grüne), Jürg Iseli (SVP), Ueli Jost (SVP), Carlo Kilchherr (SVP), Vreni Kipfer (BDP), Etienne Klopfenstein (SVP), Hubert Klopfenstein (FDP), Thomas Knutti (SVP), Matthias Kohler (BDP), Vania Kohli (BDP), Renato Krähenbühl (BDP), Hugo Kummer (SVP), Bethli Küng (SVP), Samuel Leuenberger (BDP), Anita Luginbühl (BDP), Willy Marti (SVP), Enea Martinelli (BDP), Roland Matti (FDP), Walter Messerli (SVP), Peter Moser (FDP), Werner Moser (SVP), Moritz Müller (SVP), Stefan Oester (EDU), Hans-Jörg Pfister (FDP), Bernhard Riem (BDP), Hans Rösti (SVP), Fritz Ruchti (SVP), Thomas Rufener (SVP), Martin Schlup (SVP),  Hans Schmid (SVP), Donat Schneider (SVP), Alfred Schneiter (EDU), Jürg Schürch (SVP), Daniel Schwaar (BDP), Jakob Schwarz (EDU), Elisabeth Schwarz (SVP), Heinz Siegenthaler (BDP), Ueli Spring (BDP), Ulrich Stähli (BDP), Beatrice Struchen (SVP), Peter Studer (BDP), Ueli Studer (SVP), Ruedi Sutter (FDP), Ernst Tanner (EDU), Mathias Tromp (BDP), Käthi Wälchli (SVP), Dieter Widmer (BDP), Fritz Wyss (SVP), Kathrin Zumstein (FDP). 

Diese Politiker wollten bei sich sparen

Michael Aebersold (SP), Jean-Pierre Aellen (SP), Martin Aeschlimann (EVP), Pierre Amstutz (Grüne), Franz Arnold (SP), Christian Bachmann (SP), Giovanni Battagliero (SP), Antonio Bauen (Grüne), Christoph Berger (SVP), Roberto Bernasconi (SP), Melanie Beutler (EVP), Andreas Blank (SVP), Andreas Blaser (SP), Thomas Brönnimann (GLP), Ursula Brunner (SP), Matthias Burkhalter (SP), Francis Daetwyler (SP), Eva Desarzens (FDP), Samantha Dunning (SP), Fritz Freiburghaus (SVP), Sabina Geissbühler (SVP), Niklaus Gfeller (EVP), Beat Giaque (FDP), Christoph Grimm (GLP), Patrick Gsteiger (EVP), Lars Guggisberg (SVP), Christine Häsler (Grüne), Rita Haudenschild (Grüne), Andreas Hofmann (SP), Daniel Hügli (SP), Maria Iannino (Grüne), Nathalie Imboden (Grüne), Marc Jost (EVP), Bettina Keller (Grüne), Hans Kipfer (EVP), Sabine Kronenberg (GLP), Blaise Kropf (Grüne), Anna Linder (Grüne), Ruedi Löffel (EVP), Andrea Lüthi (SP), Silvia Lüthi (Grüne), Ursula Marti (SP), Irène Marti (SP), Luc Mentha (SP), Markus Meyer (SP), Michèle Morier (SP), Barbara Mühlheim (GLP), Philippe Müller (FDP), Reto Müller (SP), Urs Muntwyler (Grüne), Roland Näf (SP), Alexandra Perina (CVP), Hans-Jörg Rhyn (SP), Daphné Rüfenacht (Grüne), Hasim Sancar (Grüne), Margreth Schär (SP), Ulrich Scheurer (SP), Christine Schnegg (EVP), Franziska Schöni (GLP), Peter Schori (SVP), Hans Rudolf Schweizer (SVP), Peter Siegenthaler (SP), Tanja Sollberger (GLP), Daniel Steiner (EVP), Elisabeth Striffeler (SP), Beatrice Stucki (SP), Markus Wenger (EVP), Elisabeth Zäch (SP), Hannes Zaugg (Parteilos).                

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  • sandra  leutwyler aus zollikofen
    22.11.2013
    Da sieht man ja wirklich wie SVP und BDP für das Volk schauen!!!Ihre Eigeninterressen sind ihnen viel wichtiger als Kinder,alte Leute und Kranke und Behinderte! Genau darum werde ich niemand mehr von diesen Parteien wählen.Ich finde es sehr traurig dass sich diese Leute,die Verantwortung tragen müssten so auf Kosten der Schwächsten bereichern müssen!!!!!!!
  • Heinz  Knobel aus Hinwil
    22.11.2013
    Streicht doch dem Kt. Bern endlich den Finanzausgleich.....
  • René  Audergon 22.11.2013
    Als Wähler haben sie die Wahl zwischen einem Fusstritt rechts oder links. Bei den "Linken" werden sie mit Abgaben überhäuft und die "Rechten" arbeiten in die eigene Tasche oder damit Firmen und Vermögende immer weniger bezahlen müssen.Wie soll man da noch wählen?
  • Harald  Reist aus 0 River Denys NS
    22.11.2013
    Gut dass es demnaechst Neuwahlen gibt.
    Nun weiss man wer nur an sich zuerst denkt.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    22.11.2013
    Die Liste ist für den Berner Wähler eine willkommene Vorlage, bei den nächsten Grossratswahlen die neuen "Abzocker" aus der Politbranche von den Wahlzetteln zu streichen - einfacher gehts nimmer....und man ist sie los !