BERN - Die Berner Strafanstalten sorgten wegen entflohener Verbrecher immer wieder für Negativschlagzeilen. Jetzt wollen sie ihr Image aufpolieren.
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Macht sich stark für den offenen Vollzug: Regierungsrat Hans-Jürg Käser. (Keystone)
Dieser Schuss könnte nach hinten losgehen. Die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern lanciert eine Plakatkampagne für den offenen Vollzug. Der verantwortliche Regierungsrat Hans-Jürg Käser will ihm damit dem «ein Gesicht geben», heisst es in einem Communiqué.
«Vier Jahre Haft – und dann?» sowie «Weil er schon morgen ihr Nachbar sein könnte», steht auf den Plakaten. Mit dem offenen Vollzug habe der Gesetzgeber für die Gefangenen bewusst die Möglichkeit geschaffen, einen realitätsnahen Bezug zur Aussenwelt aufbauen zu können, sagt Käser.
Gefangene bräuchten «Übungsfelder», um sich zu sozialisieren. Nur so könnten sich die Betroffenen Eigenverantwortung aneignen. Die nötigen Übungsfelder führten indessen unweigerlich zu einer Senkung der Sicherheit und Kontrollmöglichkeiten.
Das ist in Bern schon verschiedentlich augenfällig geworden: Immer wieder sorgten offene Vollzugsanstalten für Negativschlagzeilen, weil sich Verbrecher einfach aus dem Staub machen konnten.
Unter ihnen waren auch verurteilte Vergewaltiger. 2009 missbrauchte ein Häftling auf seinem Streifzug ausserhalb der Gefängnismauern der Anstalt St. Johannsen ein Kind.
Die Berner Polizei- und Militärdirektion will mit der Plakatkampagne nun offenbar ihr Image und dasjenige des offenen Vollzugs aufpolieren.
Der Direktor der Anstalten Witzwil, Hans-Rudolf Schwarz stellt jedoch klar: «Der offene Vollzug kann auf Grund seiner Strukturen trotz technischer Aufrüstung Fluchten nicht gänzlich verhindern.» Es werde daher nie möglich sein, die Öffentlichkeit während des Vollzugs vollumfänglich vor Kriminalität zu schützen. (noo)
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