BERN - In Diebeskreisen sind die Berner beliebt. Denn sie fallen besonders gut auf ihre Tricks herein. Blick.ch enthüllt die Maschen der dreisten Trickser.
So viel gestohlen wie in diesem Jahr wurde in Bern noch nie. Vor allem Banden treiben in der Stadt ihr Unwesen. «Diebe fühlen sich in Bern besonders wohl», sagt Privatdetektiv Pavel Müller. «Auch, weil die Menschen hier nicht so misstrauisch sind. Das nutzen sie aus.»
Einer ihrer häufigsten Tricks: der fiese Dreier. Er wird vor allem in Warenhäusern praktiziert. Opfer: Frauen mit Handtaschen, die Ware betrachten. Drei Täter nähern sich ihr. Einer deckt das Opfer von links, der andere von rechts ab. Der mittlere entnimmt das Portemonnaie aus der Handtasche und reicht es abgedeckt durch ein Kleidungsstück sofort weiter. «Die Täter hier sind oft besonders gut gekleidete Männer», sagt Müller.
Ebenfalls beliebt: der magische Bus. Wenn besonders viele Menschen in einen Bus drängen, steigen die Täter zuletzt zu. Zumindest scheinbar. Denn kurz bevor die Türe schliesst, entnehmen sie dem Opfer etwas aus der Tasche. Das Opfer bemerkt den Diebstahl erst, wenn der Bus schon abgefahren ist. Die Täter aber bleiben draussen. «Hier sind die Täter meistens Frauen, die fallen weniger auf. Da sind auch die Menschen nicht misstrauisch», sagt Müller von der Detektei Müller.
Besonders fies: Flirty Dancing. Hier suchen die Täter ein Opfer in einer Disco. «Selbstverständlich sind das immer gut aussehende, galante Täter», sagt Müller. Es wird getanz, geflirtet, Alkohol getrunken. Und plötzlich ist alles weg – Tasche, Handy, Wertsachen. Der Täter sitzt dem Opfer buchstäblich gegenüber. «Oft täuschen sie dann auch noch vor, nach dem Täter zu suchen», sagt Detektiv Müller.
Neben diesen eingeübten Tricks sind aber natürlich auch spontane Diebstähle an der Tagesordnung. Im Gedränge ist die Gefahr besonders gross. Und: Frauen sind besonders gefährdet. «Von jungen Männern lassen die Täter die Finger», sagt Müller. «Die Diebe sind europaweit operierende Profis. Wichtig ist, immer in Kontakt mit seinen Wertsachen zu bleiben.»
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