Schwuler als Berner Stapi? (K)ein Aprilscherz!

BERN – Manchmal sind April-Streiche wahrer, als die Scherzkekse denken: Ein schwuler SVPler wolle Berner Stapi werden, fabuliert ein Gay-Magazin – und trifft ins Schwarze.

  • Publiziert: 01.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Simon Hehli

Das Schweizer Online-Gay-Magazin «Display» titelt heute gross: «Fuchs will Berner Stapi werden!» Die Wahl der Homosexuellen Corine Mauch zur Zürcher Stadtpräsidentin habe den schwulen SVPler motiviert, ihr in der Bundesstadt nachzueifern. Schliesslich hat mit Berlin auch die Hauptstadt des «grossen Kantons» einen rosa Stadtvater – Klaus Wowereit.

Thomas Fuchs hoffe, dass sich der amtierende Berner Stapi, Alexander Tschäppät (SP), wie sein früherer Zürcher Amtskollege Elmar Ledergerber aus persönlichen Gründen aus dem Amt zurückziehe. Am 1. April muss man bei solchen Meldungen vorsichtig sein – und tatsächlich bestätigt «Display»-Chef Tom Wyss gegenüber Blick.ch: «Alles eine Ente».

Ein Verehrer am Werk

Thomas Fuchs findet den April-Scherz aber super – und bestätigt sämtliche Informationen aus dem alles andere als ernst gemeinten Artikel. Da habe bei «Display» wohl ein geheimer Verehrer die Feder geführt, scherzt der 43-Jährige. «Natürlich würde mich das Amt reizen» betont der Vize der Stadtberner SVP dann im Ernst. Und homosexuelle Stapis lägen ja im Trend.

Gemäss Fuchs habe er als schwuler Politiker grosse Vorteile: «Man lernt früh, sich zu verteidigen. Ich bin nicht beleidigbar, ich bin abgehärtet, kampferprobt», zitiert ihn «Display» – korrekt – aus einem früheren Interview.

Keine Illusionen zu Wahlchancen

Illusionen zu seinen Wahlchancen macht sich Fuchs keine. «Bern ist eine rotgrüne Stadt, da habe ich als SVP-Mann natürlich einen schweren Stand», sagt er. Sein Schwulsein könnte er im liberalen Bern zwar durchaus vermarkten und sogar bei alternativen Kreisen punkten. «Dafür wäre es schwieriger, eingefleischte SVP-Wähler zu überzeugen», ist sich Fuchs bewusst.

Dass er für die SVP-Basis nur bedingt wählbar ist, musste Fuchs im Herbst 2007 erfahren: Bei den Nationalratswahlen schaffte er es damals nur auf den ersten Ersatzplatz – trotz grosser Medienpräsenz. Oder vielleicht gerade deswegen.

Thomas Fuchs ist ein beliebtes Sujet für Parodien – so gibt es auf YouTube auch ein Video, das einen Werbespot von ihm bös auf die Schippe nimmt (Blick.ch berichtete). Sehen Sie selbst:
play Thomas Fuchs mit einem Namensvetter. Eines Tages möchte der SVPler zu einem Berner Wowereit werden. (ZVG)

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