Schwule klagen gegen SVP-Hetzer

  • Publiziert: 15.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Grégory Logean von der Jungen SVP Unterwallis. (udc-valais.ch)

SION – Grégory Logean von der Jungen SVP Unterwallis beleidigt in einer Schmähschrift Homosexuelle. Jetzt gingen 29 Klagen gegen ihn ein.

Der unterwalliser SVP Nachwuchspolitiker Grégory Logean hetzt gegen Schwule, jetzt kommt die Retourkutsche. «29 Klagen wurden beim Unterwalliser Untersuchungsrichter deponiert», erklärte heute Jean-Paul Guisan, Westschweiz-Sekretär der Schwulenorganisation Pink Cross. Damit will sich die homosexuelle Gemeinschaft gegen weitere Attacken schützen.

Auslöser für die Klagen ist eine Medienmittelung der Jungen SVP Wallis vom 17. Mai, in der homosexuelle Menschen beschimpft werden. Homosexualität richte sich «gegen die Familie, den Ort des Fortbestandes des menschlichen Geschlechts und somit auch gegen das Überleben einer Nation», ist darin zu lesen.

An der Medienkonferenz von Pink Cross und LOS, der Lesbenorganisation Schweiz, wurde der Inhalt der Mitteilung als «inakzeptabel und unerträglich» bezeichnet. Solche Inhalte hätten einen direkten Einfluss auf viele junge homosexuelle Menschen in der Schweiz, die dadurch stark verunsichert würden.

Keine Straffreiheit für Verfasser

Die Klagen richten sich ausschliesslich gegen die Verfasser der Medienmitteilung, nicht gegen die Partei. Die Kläger stützen sich auf das Antirassismusgesetz. Sie sind – je nach Urteil im Wallis – bereit, bis nach Strassburg an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu gelangen.

«Es ist wichtig, gegen das Gefühl der Straffreiheit vorzugehen, das solches Treiben zulässt», erklärt Yannik Schneeberger von der Neuenburger Organisation Happy Gays. Die Kläger zeigen sich überzeugt davon, dass Justizia jenen Unrecht geben muss, die meinen, sie könnten sorglos und straffrei gegen Homosexuelle hetzen.

Die schwulenfeindliche Mitteilung war am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen die Homophobie, versandt worden. Die Junge SVP Unterwallis bezeichnete diesen Tag als «lasterhaften internationalen Tag». Vor 29 Jahren hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO am 17. Mai beschlossen, Homosexualität aus der Liste der psychischen Krankheiten zu streichen. (gca/SDA)

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