BERN - Testkäufe an Sportveranstaltungen zeigen ein erschreckendes Bild: Bei den Schwingern und im Eisstadion kommen Kinder problemlos an Alkohol. Jetzt greifen die Behörden durch.
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Bier-Lieferung am Schwingfest: Hier kommen Kinder leicht zu einer Flasche. (Toto Marti)
In der Mitte fliegt das staubige Sägemehl, und drum herum sprudelt das frische Bier. Das enge Verhältnis der Schwinger und der Bierbrauer ist an jedem Schwingfest sichtbar. «Teilweise gibt es hier noch Stände von Sponsoren, wo nur Bier verkauft wird», sagt Mike Neeser, Leiter «Jugendschutz und Sport» beim Blauen Kreuz.
Seine Organisation führt im Kanton Bern die offiziellen Testkäufe durch. Und der nimmt als erster Kanton auch Sportveranstaltungen konsequent unter die Lupe. Eine Auswertung, die Blick.ch exklusiv vorliegt, zeigt: Beim Schwingen saufen selbst die Kleinen ungehundert. In über 70 Prozent der Fälle haben die jungen Tester ohne Nachfrage Alkohol bekommen.
Schwinger wollen ausmisten
«Wir haben den Eindruck, dass die Schwinger das Gefühl haben, Jugend und Alkohol sei nur andernorts ein Problem», sagt Neeser.
Davon will Ueli Steffen, Sprecher des Kantonalbernischen Schwingverbands, nichts wissen. «Da läuten bei mir die Alarmglocken.» Er wolle mit dem Blauen Kreuz das Gespräch suchen, «und die schwarzen Schafe finden».
Fussballer sind vorbildlich
Am besten auf den Jugendschutz geschaut wird beim Fussball (25 Prozent) und bei den Turnern (41 Prozent). Das Ende der Rangliste teilen sich die Schwinger (73 Prozent) und das Eishockey (72 Prozent). «Das ist erstaunlich, da in den Eisstadien meist Wirte am Werk sind», sagt Neeser vom Blauen Kreuz. «Denn eines der Probleme beim Sport ist, dass die Verkäufer oft Amateure sind.»
Alle fehlbaren Veranstalter wurden den Regierungsstatthalterämtern gemeldet, sind sind im Kanton Bern zuständig für die Ausschankbewilligungen. Das Regierungsstatthalteramt Biel hat darauf sofort gehandelt: Es verbietet ab sofort, dass Jugendliche selbst Alkohol verkaufen dürfen und pocht auf die Einhaltung des sogenannten Sirup-Artikels: An jedem Stand müssen drei alkoholfreie Getränke angeboten werden, die billiger sind als das günstigste Bier.
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