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Tatort: In dieser Bieler Quartierstrasse fiel der Mann über das Mädchen her. Lumengo verhinderte die Vergewaltigung und vertrieb den Täter.
Letzte Woche, in der Nacht vom Samstag auf Sonntag. Lange feiert Ricardo Lumengo auf dem Bieler Stadtfest «Braderie». Gegen halb vier Uhr morgens macht er sich auf den Heimweg. Zur selben Zeit, als er in sein Quartier Madretsch einbiegt, springt knapp 100 Meter weiter ein Mann aus dem Gebüsch und fällt die junge Frau an, die gegenüber auf dem Trottoir läuft. Lumengo hört Schreie. Das Mädchen strampelt, wehrt sich. Aber der Unhold hat sie fest im Griff.
Lumengo: «Ich rannte so schnell wie möglich die Strasse hoch auf die beiden zu. Auch ich schrie, so laut ich konnte: ‹Du Idiot, lass das Mädchen los!›» Der Typ erschrickt, hält kurz inne, rennt weg ins Gebüsch, aus dem er kam. Lumengo kann nur erkennen, dass er schulterlange blonde Haare hatte. «Das Gesicht habe ich nicht erkannt», bedauert er.
Sofort alarmiert der Politiker die Polizei, kümmert sich um das Mädchen. «Ich erkannte Fatima*. Sie wohnt mit ihrer türkischstämmigen Familie in der Nachbarschaft», erzählt er. Geweint habe sie, gezittert, und kaum etwas sagen können. Auch nicht der Polizei, die schnell vor Ort ist. Fatima ist auch eine Woche später noch traumatisiert. Sie sitzt daheim im Kreis ihrer Eltern und Geschwister, als BLICK mit ihr sprechen will. Sie sagt nur: «Ich habe Angst, dass er wiederkommt.»
Lumengo: «Die Polizisten haben sich keine grosse Mühe gemacht, den Täter zu fassen.» Sie hätten bloss mit der Taschenlampe ins Gebüsch geleuchtet, nichts gefunden, dann die Formalitäten erledigt, bevor sie wieder abfuhren. «Warum haben sie keine Verstärkung gerufen und das Quartier umstellt? Weit konnte der Täter noch nicht sein.»
Diesen Vorwurf weist die Bieler Stadtpolizei von sich. «Wir hatten in dieser Nacht überdurchschnittlich viele Einsätze zu leisten», erklärt ein Sprecher. Alle Streifen seien aufgefordert worden, nach einer Person mit passendem Signalement Ausschau zu halten. Bis heute erfolglos. «Wir geben nicht auf», verspricht die Polizei. Hoffentlich. Sonst muss Fatima weiter Angst haben.
*Name geändert
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SP-Nationalrat Ricardo Lumengo. (Keystone)