Rentner Léon J. (75) Definitiv Knast für Totfahrer von Worb

LAUSANNE - VD - Léon J. (75) fuhr den 10-jährigen Silvan mit seinem Auto tot und muss die Hälfte der 36 Monate langen Freiheitsstrafe definitiv absitzen.

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Léon J. hatte in seiner Beschwerde an das Bundesgericht eine Reduktion des unbedingt ausgesprochenen Teils der Strafe auf höchstens zwölf Monate beantragt. Einen Teil davon wünschte er in Form des «Electronic Monitoring» zu verbüssen - also mit einer Fussfessel.

Dazu wird es nicht kommen. Das Bundesgericht hat das Urteil des Berner Obergerichts in einem am Freitag publizierten Urteil vollumfänglich bestätigt.

Skrupellose Fahrweise

Das Obergericht war von einem schweren Verschulden des Rentners ausgegangen. Es hatte in seinem Urteil festgehalten, dass der Verurteilte mit seiner geradezu skrupellosen Fahrweise nicht weit weg gewesen sei von der Schwelle zum Eventualvorsatz.

Die Lausanner Richter halten in ihrem Entscheid darüber hinaus fest, dass der Vollzug mit einer Fussfessel in diesem Fall nicht zulässig sei. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei das «Electronic Monitoring» bei teilbedingten Freiheitsstrafen von mehr als zwölf Monaten grundsätzlich nicht möglich.

Die entsprechende kantonale Verordnung des Kantons Bern über den Vollzug von Freiheitsstrafen in Form des «Electronic Monitoring» verstosse gegen Bundesrecht.

Fahrerflucht begangen

Léon J. (75) hatte im November 2011 mit mindestens 1,79 Gewichtspromille mit seinem Auto den 10-jährigen Silvan erfasst, der mit seinem Trottinett den Fussgängerstreifen überqueren wollte. Der Bub wurde mehrere Meter weggeschleudert und verstarb noch am gleichen Abend im Spital.

Rentner J. fuhr weiter nach Oberburg, wo er sich Wein auftischen liess. Bereits vor und nach dem Unfall in Worb war es wegen der Fahrweise des Mannes mehrmals fast zu Kollisionen mit Velos, beziehungsweise anderen Autos gekommen. (SDA/sas)

Publiziert am 14.10.2016 | Aktualisiert am 11.01.2017
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6 Kommentare
  • Roman  Bachmair aus Naters
    14.10.2016
    Das Urteil ist fürwahr lächerlich der Öffentlichkeit gegenüber. Für Mord gehört zehn Jahre weg gesperrt.
  • Gabor  Posch 14.10.2016
    In dem drinnen sieht es wahrscheinlich etwa so aus, wie er von aussen auf dem Bild ausschaut. Fahrerflucht begehen, das ist das wahre Verbrechen, und dafür würde ich ihn als Staatsanwalt mit allen möglichen Mitteln versuchen dranzukriegen.
  • Karen  Mind 14.10.2016
    Warum meldete dann niemand der Polizei, dass einer besoffen rumfährt? Ich bin sonst keine Petze, aber als einer vor mir Schlangenlinien fuhr, rief ich auch die Polizei an.
  • Max   Meier 14.10.2016
    Fühererschein für immer weg und 5 Jahre Knast ohne vorzeitige Entlassung - so soll es aussehen, wenn die "vernünftige" alte Generation willentlich solch eine Katastrophe verursacht! Die Strafe ist viel zu mild!
  • Thomas  Hager aus Luzern
    14.10.2016
    Willst du in der Schweiz jemanden umbringen musst du dich nur betrinken und ihn mit dem Auto überfahren. Das ist für mich vorsätzlicher Mord. Die Strafen für Verkehrsvergehen sind immer noch zu tief und die SVP will nun auch noch vor Radaranlagen warnen. Das ist Beihilfe zum Mord.
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      14.10.2016
      Was heisst da: "Für mich ist das vorsätzlicher Mord"? Ja, wie definieren Sie denn "Mord" und "vorsätzlich", Sie persönlich? Schon mal einen Blick in ZGB und StGB geworfen? In unserem Rechtstaat bilden immer noch die Gesetze die Basis für ein Urteil, und diese Gesetze sind auf demokratischem Wege eingeführt worden. So ist es, egal ob es Ihnen oder mir oder wem auch immer passt oder nicht. Das persönliche Empfinden ist etwas Anderes. Was der getan hat, ist doch mit Gefängnis gar nicht zu sühnen.