Rekrut ging ins Wasser – trotz Schwimmverbot

  • Publiziert: 27.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roman Neumann

AARWANGEN BE – Noch immer sucht die Armee nach dem Rekruten, der in der Aare verschwand. Jetzt wird bekannt: Er schwamm trotz Schwimmverbot und ohne Schwimmweste.

Langsam kommt Licht in das Unglück vom Dienstagmittag: Der Rekrut ging in der Mittagspause mit zwei Kollegen baden. Dabei geriet er in Schwierigkeiten und erreichte das Ufer nicht mehr. Das ergaben erste Ermittlungen der Militärjustiz.

Aber: Gemäss Dienstbefehl war den drei Soldaten das Schwimmen in der Aare grundsätzlich verboten! Keiner trug eine Schwimmweste.

Unterdessen suchen 50 Leute den Fluss bei Aarwangen ab. 50 Leute, die jedes Gebüsch genauestens untersuchen, jeden Strauch durchkämmen. Plus 8 Taucher, die jeden Winkel unter Wasser zu erfassen versuchen. Immer noch wird der junge Rekrut vermisst, der in der Mittagspause plötzlich in der Aare verschwand (Blick.ch berichtete).

Die heftigen Gewitter von gestern erschweren die Suche. «Die Aare trägt viel Wasser im Moment», erklärt VBS-Sprecher Mike Lüscher gegenüber Blick.ch. Auch sei das Wasser trüb, was ebenfalls ein Hindernis bei der Suche ist.

Der junge Mann geriet gestern Mittag in Schwierigkeiten – bis heute fehlt von ihm jede Spur. Das ist eine lange Zeit. Zu lang, um den Rekruten noch lebend zu bergen? «Wir geben die Hoffnung nicht auf», sagt Lüscher. Er könne schliesslich verletzt am Rande der Aare in einem Gebüsch liegen. Ein letzter Grashalm, an den sich alle klammern.

Suche bis zum übernächsten Wehr

Doch das Gebiet, dass die Helfer absuchen müssen, ist riesig. Die Aare fliesst von der Unfallstelle unterhalb von Bannwil in Richtung Aarwangen. Dort am Schloss Aarwangen vorbei – und gelangt auf ein Wehr. Darauf beschränken sich die Retter aber nicht. «Es wird bis zum nächsten Wehr gesucht», bestätigt der Sprecher.

Die Familie des jungen Rekruten wird von einem Care-Team betreut. Ebenso die Kameraden des Rekruten. Um sie kümmert sich ein ausgebildetes Team. Der militärische Alltag ist vergessen. Im Moment zählt nur das Schicksal des Vermissten.

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