Viren-Attacke Profi-Hacker greifen das EDA an

  • Publiziert: 26.10.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist Opfer einer «professionellen Virenattacke» geworden. Welche Daten gestohlen wurden, wird zurzeit abgeklärt.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist Ziel einer gezielten Viren-Attacke geworden. Seit Tagen läuft eine geheime Software unentdeckt in den Computerprogrammen des Bundeshauses.

Jetzt habe das EDA sein IT-Netz gegenüber dem Internet abgeschottet, heisst es in der EDA-Mitteilung. Damit solle ein Datenfluss nach Aussen verhindert und eine Manipulation der Informatikinfrastruktur durch Dritte verunmöglicht werden.

Für die EDA-Mitarbeitenden bedeutet die Abschottung, dass sie derzeit keinen Zugriff aufs Internet haben, wie EDA-Sprecher Georg Farago auf Anfrage sagte. Auch das Empfangen und Versenden von E-Mails war nicht möglich; hier beginne sich die Situation aber wieder zu normalisieren. Die technischen Einschränkungen sollten innerhalb der nächsten Tage ganz aufgehoben werden können.

Gezielter Angriff mit Spezial-Software

Der Angriff war am 22. Oktober festgestellt worden. Unbekannte Täter setzten laut EDA eine besondere Software ein, um in die IT-Infrastruktur des Departements zu gelangen und gezielt Informationen zu beschaffen.

Welche Informationen genau angepeilt wurden, konnte Farago nicht sagen. Derzeit werde abgeklärt, ob beziehungsweise welche Daten auf diese Weise abgeflossen seien.

«Die Schadesoftware war äusserst gut versteckt und verursachte praktisch keine wahrnehmbaren Störungen in der IT-Infrastruktur», heisst es in der EDA-Mitteilung weiter.

Auch das EDI und das EFD hatten Probleme

Mit Computerproblemen sahen sich am Freitag auch das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) konfrontiert. Wie Karolina Kohout, stellvertretende Mediensprecherin des Bundesamts für Informatik (BIT), sagte, hatten diese Probleme nichts mit dem Hacker-Angriff auf das EDA zu tun.

«Das war ein zeitlicher Zufall.» Das EDI und das EFD können seit heute wieder störungsfrei arbeiten.

Nicht der erste Hacker-Angriff

Es ist nicht das erste Mal, dass Bundesstellen ins Visier von Hackern geraten. Ende 2007 waren sowohl das EDA als auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Ziel eines Angriffs von Afrika aus gewesen.

Die unbekannten Täter hatten mit E-Mails und gefälschten Internetseiten einen angeblichen Fotowettbewerb inszeniert. Bundesangestellte installierten bei dieser Gelegenheit offenbar schädliche Software. Die Täter konnten nicht ermittelt werden. (SDA/s5j)

play Erklärte heute der arabischen Welt das Minarett-Verbot: Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. (Keystone)

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