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Tigger und der kleine Sohn von Chico Koch waren die besten Freunde. (zvg)
Es ist der 14. August, 21:30 Uhr – langsam wird es dunkel über Langnau. Chico Koch sitzt noch an seinem Computer und arbeitet. Da klopft es plötzlich an der Tür, es ist die Nachbarstochter. «Geschockt erzählt mir das Mädchen, dass mein Kater Tigger überfahren wurde», berichtet Chico Koch Blick.ch.
«Ich bin sofort aufgesprungen und zur Tür gerast, da kam mir aber schon meine Nachbarin entgegen. Auf einer Schaufel trug sie meinen toten Kater vor sich her.» Die Fahrer seien bereits abgehauen, erzählt sie.
Polizisten haben das kleine Büsi totgefahren
Eine Polizeipatrouille habe Tigger überfahren, fährt die Nachbarin fort. Zwei Jugendliche auf Töffs hätten die Polizisten erst zum Anhalten bewegen müssen, sonst wären die beiden Uniformierten einfach weitergefahren. «Die Nachbarstochter erkannte meinen Kater auf Anhieb und hat den Beamten gesagt, wo ich wohne», erzählt Koch traurig. Doch sie hätten nur gesagt, «für sie sei die Sache erledigt.» Sie stiegen ins Auto und brausten davon. «Ich wohne nur ein paar Meter von der Strasse entfernt. Es war also offensichtlich, dass ich zu Hause war – es brannte Licht.»
Chico Koch ist geschockt: «So etwas kann passieren, aber ich hätte mir wenigstens gewünscht, dass sie mich persönlich informiert und sich entschuldigt hätten. Ein Tier anzufahren und einfach weiterzufahren, ist unmöglich. Was ist das denn bitte für eine Vorbildfunktion?»
«Wer ein Tier anfährt, kümmert sich darum»
«Scheinbar haben Tiere keinen Wert. Die Besitzer werden mit der Tatsache ihres Verlustes im Regen stehen gelassen», schimpft Chico Koch. Jetzt hat er einen Beschwerde-Brief an die Kantonspolizei Bern geschrieben. Die Nachbarin hat sich den Namen von einem der Polizisten gemerkt: «Burkhalter». Solche Beamte sind eine Schande für diejenigen Polizisten, die ihren Job optimal erledigen», sagt Koch. «Wer ein Tier anfährt, kümmert sich darum, ganz einfach.»
In einem Monat wäre Chico Koch mit seiner Frau, seinem knapp zwei Jahre alten Sohn und Büsi Tigger in eine von der Strasse abgelegenere Wohnung gezogen. «Ich wollte, dass mein Sohn, wie auch meine Tiere vor dem Verkehr geschützt sind», sagt Koch nüchtern. «Jetzt müssen wir ohne Tigger umziehen. Wir vermissen ihn. Auch mein Sohn merkt, dass etwas fehlt – die beiden haben immer zusammen gekuschelt.»
Kantonspolizei entschuldigt sich – nach 1 Monat
Mittlerweile – einen Monat später – hat die Kantonspolizei auf den Beschwerdebrief von Chico Koch reagiert: «Man möchte festhalten, dass der betroffene Mitarbeiter die Katze nicht absichtlich überfahren hat.» Sehr tröstlich. Des Weiteren heisst es in dem Schreiben, dass die Polizisten «einen heftigen Aufprall beim linken Vorderrad gespürt hätten» und danach nach einer passenden Wendemöglichkeit gesucht hätten. Die beiden Töff-Fahrer, die die Polizisten mit Lichtzeichen zum Anhalten gebracht haben wollen, sehen dies allerdings anders: Sie hätten nicht den Eindruck gehabt, dass das Polizeiauto umkehren wollte.
Trotzdem: Der stellvertretende Kommandant der Kantonspolizei Bern, Baumgartner, bittet Koch um Verzeihung: «Ich entschuldige mich hiermit für das unsensible Verhalten und hoffe, dass sie sich am neuen Wohnort bereits gut eingelebt haben.»
Chico Koch ist mit der Entschuldigung nicht zufrieden: «Da steht weder drin, wieso der betreffende Polizist es nicht für nötig hielt, mir Bescheid zu sagen, noch ob er dadurch mit irgendwelchen Disziplinarmassnahmen zu rechnen hat. Umgezogen bin ich hingegen super», fügt Chico Koch sarkastisch hinzu. Auch gegenüber Blick.ch wollte die Kantonspolizei Bern dazu keine Stellung nehmen.
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Chico Koch trauert um seinen Kater Tigger. (zvg)