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«Nichts deutete an diesem schönen Tag auf die Tragödie hin», schreibt der passionierte Tourenfahrer Tinu Löw auf der einschlägigen Webseite Gipfelbuch.ch.
Er erklomm zur Zeit des Unglücks zusammen mit seiner Gruppe gestern eine Gipfel im Diemtigtal, wenige Kilometer vom Unglücksort entfernt. Zwar spricht er von «sicheren Verhältnissen», doch beobachtete er auf der Tour «ein paar kleine Lockerschneelawinen».
Wie gefährlich war das Diemtigtal gestern wirklich? Im offiziellen Lawinen-Bulletin war die Stufe «mässig» angegeben. Für Skitouren-Könner ein gute Ausganglage. Dennoch: Auch bei mässiger Lawinengefahr kann eine grosse Zusatzbelastung den Schnee ins Rutschen bringen. Zum Beispiel wenn Skifahrer Sicherheitsabstände nicht einhalten oder im Hang stürzen. Das Unglück könnte also von den Skitourenfahrern selber ausgelöst worden sein.
Das bestätigt auch das Schweizerische Lawinenforschungs-Institut. Gleichzeitig wurde nach Neuschneefällen heute die Gefahrenstufe erhöht. «Wir haben die Stufe im Gebiet von mässig auf erheblich erhöht – aufgrund des Unfalls», sagt SLF-Experte Thomas Stucki zu Blick.ch.
Als sehr selten bezeichnete es der Leiter Lawinenwarndienst des SLF, dass bei einer Rettungsaktion eine zweite Lawine in unmittelbarer Nähe niedergeht. Was diese Lawine ausgelöst habe, sei völlig unklar.
Ein weiterer Tourengänger im Diemtigtal hat gestern hautnah erlebt, wie unberechenbar die Schneemassen auch bei «mässiger» Lawinengefahr sind: «Auch wir wurden Zeuge eines Abgangs unterhalb der Winterhore – verursacht durch drei Jungs, die auf einmal losgefahren waren. Ist ziemlich unangenehm, wenn der Berg auf einen zurollt», schreibt er auf Gipfelbuch.ch.
Nicht nur unangenehm, sondern tödlich wars zum selben Zeitpunkt wenige Kilometer entfernt: sieben Menschen verloren vermutlich unter dem «Chummli» ihr Leben. (bih/gca)