SBB räumen auf Neue Super-Sauber-Box für Schweizer Bahnhöfe

BERN - In Bern testet die SBB ab heute den Abfallkübel der Zukunft. Schon ab nächstem Jahr kommt damit im ganzen Land der Dreck in den Sack. Und zwar schön getrennt.

  • Publiziert: 15.10.2012
  • Von Roger Baur

Der Abfall hat Jürg Stöckli schon viele schlaflose Nächte bereitet. Aber wenn alles klappt, dann war die letzte die letzte: Bis heute früh um drei Uhr  stellte der oberste Schweizer Bahnhofsvorsteher zusammen mit seinem Team im Bahnhof Bern neue Kübel auf.

Und zwar so viele und so vielfältige wie sonst nirgends auf der Welt. 128 Boxen laden ab heute zum Entsorgen ein. Und nicht nur das. «Wir machen jetzt das im Bahnhof, was wir zu Hause schon lange machen: Wir trennen den Abfall», sagt Stöckli.

Der universelle Abfallkübel, in dem von PET bis Papier alles landet, habe «ganz sicher keine Zukunft mehr in den Schweizer Bahnhöfen».

Test zeigt: Schweizer trennen mit

Dass die Bahnfahrer bereit sind, den Abfall zu trennen, ist schon bewiesen. In Tests an neun Bahnhöfen zeigte sich, dass nur 3 Prozent des Abfalls in der falschen Box landeten. Stöckli schwärmt denn auch von der beispiellosen Disziplin der SBB-Kunden.  Doch die bedingt, dass genügend Behälter bereitstehen. Denn Erfahrungen zeigen: Die Bereitschaft, den Abfall mitzutragen, sinkt mit jedem Meter. Die Losung für die Lösung des Abfallproblems an den Bahnhöfen lautet darum: So viele Entsorgungsstellen wie möglich.

Das gilt auch für die Zigaretten. Ebenfalls seit heute früh zieren 70 neue Aschenbecher die Perrons. Sie sind neu schon von weitem gut erkennbar. Das soll dem ausgerauchten – und für Kleinkinder lebensgefährlichen Filter – den Weg in den Kübel sichern.

Bald auch in Basel und Zürich

Ein Drittel weniger Abfall auf dem Boden erhoffen sich die SBB mit diesen Massnahmen. Und das ist eine ganze Menge. Denn jährlich bleiben bei den SBB 37'850 Tonnen Abfall liegen.

Klappt das Konzept, wird es schon ab nächstem Jahr die ganze Schweiz sauberer machen. 2013 sollen die anderen «Railcity»-Bahnhöfe wie Zürich, Basel oder Luzern umgerüstet werden.

2014 kommen die Kübel dann auch in mittelgros­sen Bahnhöfen zu stehen. Aber eben: Immer vorausgesetzt, die Berner bleiben jetzt schön sauber.

Beliebteste Kommentare

  • Thomas  Steuble
    Ist ja gut und recht, aber man nehme sich ein Beispiel an den normalen Abfallkübeln-wenn zum entsorgen ein paar Schritte gelaufen werden muss, wird der Müll aus Bequemlichkeit trotzdem auf den Boden geschmissen, siehe Zigistummel, Kaugummis etc.
    • 15.10.2012
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Alle Kommentare (3)

  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Diese Behälter werden im Nu voll sein und Niemand ist da, um diese zu leeren. Diese müssen dann öfters geleert werden als die Briefkasten vom anderen Staatsbetrieb.
    • 16.10.2012
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  • Adrian  Teuscher , via Facebook
    "Und zwar schön getrennt" ..... sonst hagelts Bussen von der SBB Security.
    • 15.10.2012
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  • Thomas  Steuble
    Ist ja gut und recht, aber man nehme sich ein Beispiel an den normalen Abfallkübeln-wenn zum entsorgen ein paar Schritte gelaufen werden muss, wird der Müll aus Bequemlichkeit trotzdem auf den Boden geschmissen, siehe Zigistummel, Kaugummis etc.
    • 15.10.2012
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