Das Berner Oberland verzichtet auf Streusalz Mit Zucker gegen Schnee und Eis

  • Publiziert: 14.01.2010
play Bald auch am Gotthard? Diesen Winter läuft bereits ein Test, wie das aggressive Strassensalz bei der Schneeräumung ersetzt werden kann. (Keystone)

SPIEZ – Premiere im Berner Oberland: Wenns schneit, wird nicht mehr Salz, sondern «Zucker» gestreut. Das schmeckt zwar nicht wie Schoggi, schont aber die Umwelt.

Alle kennen das: Wenns geschneit hat, streuen die Strassenarbeiter tonnenweise Salz. Das gibt Pflotsch. Und an den Schuhen hässliche Ränder.

Im Berner Oberland soll damit jetzt Schluss sein. Statt dem berüchtigten Kalziumchlorid, Strassensalz, kommt jetzt Zucker zum Einsatz. Schmeckt der Schneematsch auf den Strassen zwischen Thun und Brienz neuerdings also wie weisse Schoggi? «Quatsch!», sagt ein Mitarbeiter vom Autobahnwerkhof Gesigen. «Das Zeug ist bitter ‹wie ne Mohre›. Kein bisschen süss!»

«Saefcot» heisst das neuartige Zeug. Es ist ein Abfallprodukt aus Zuckerrohr. Mit einer Salzlösung gemixt ist es genauso wirksam wie Strassensalz. Und auch noch bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad verwendbar.

Der Vorteil: Es längst nicht so aggressiv wie Salz. Damit gibts viel weniger Schäden an Strassen und Leitungen.

«Auch der Rost an Fahrzeugen ist deutlich zurückgegangen», wird Martin Rösti vom Autobahnwerkhof Gesigen in der «Berner Zeitung» zitiert. Ob die Ränder auf den Schuhen ebenfalls verschwinden, ist noch nicht absehbar.

Das Ganze ist ein Testprojekt auf den Nationalstrassen im Berner Oberland. Eine Premiere für die Schweiz.

Bereits heute zieht Martin Rösti aber eine erste positive Bilanz: «Für uns ist der Versuch ein Erfolg.» Damit stehen die Chancen nicht schlecht, dass «Zucker» statt Salz bald in der ganzen Schweiz angewendet wird.(snx)

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