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Sein umstrittener Abstecher nach Libyen, bei dem er das Gesicht verloren hat. Verliert Bundespräsident Merz deswegen auch seinen Job?
Nein, ein Rücktritt sei «kein Thema», liess Sprecher Roland Meier heute ausrichten. Merz wolle sich weiterhin für die Freilassung der beiden Schweizer einsetzen. Morgen Mittwoch wolle er mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey dem Gesamtbundesrat einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen unterbreiten.
41 Prozent gegen Merz-Rücktritt
Heute um 16 Uhr sind sich 41 Prozent der Blick.ch-Leser einig: Merz darf unter keinen Umständen zurücktreten. «Es sollte ihm kein Strick daraus gedreht werden, dass er versucht hat Verantwortung zu übernehmen», schreibt Patrik Huber aus Schattdorf. «Gaddafi würde sich darüber freuen, und das wollen wir sicher nicht», lehnt Hans Waldmeier aus Wittenbach – stellvertretend für viele Leser – die Rücktrittsforderung ab.
Markus Gasser aus Fribourg hat eine Entschuldigung: «Der Umgang mit Psychopathen gehört nicht zum politischen Alltag. Bundespräsident Merz hat zumindest Bewegung in die Geiselaffäre gebracht.» Dass Merz zu eigenmächtig gehandelt habe, sieht zwar René Fässler aus St. Gallen so, «über ihn deshalb den Stab zu brechen wäre aber falsch.»
38 Prozent fordern: Rücktritt jetzt!
38 Prozent der Leser finden aber: Der Bundespräsident muss jetzt zurücktreten. Etwa Marco Pfiffner aus Flims, für den klar ist, dass «Herr Merz am falschen Ort sitzt.» David Ineichen aus Luzern bedauert die «weitere Schlappe für diese Regierung: Wenn man so einen groben Fehler macht, muss man zurücktreten.»
«Rücktritt unbedingt und sich öffentlich beim Schweizer Volk entschuldigen», fordert Walter Holtze aus Frauenfeld. Das Volk stehe nämlich nicht mehr hinter ihm, glaubt Thomas Fehr aus Arcegno, «Merz hat uns lächerlich gemacht.» Gebi Egger aus Sargans sieht den Fehler bei Micheline Calmy-Rey: «Es sollte viel mehr die Rolle der Aussenministerin beleuchtet werden.»
Je nach Freilassung der Geisel
Die verbleibenden Leser machen den Zeitpunkt für einen Rücktritt von Hans-Rudolf Merz abhängig davon, wie lange die zwei Schweizer Geiseln noch in Libyen festgehalten werden: Falls sie morgen nicht zurück sind, fordern 11 Prozent einen Rücktritt. 10 Prozent haben noch ein paar Wochen Geduld. (dip)