Sex-Vorwürfe gegen Vize-Polizeichef – Vater des Opfers spricht «Meine Tochter sagte: Er hat mich am Busen berührt!»

  • Publiziert: 04.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Corinne Landolt
play Alex Heinzen, Vater von Marisa, ist seit 2006 geschieden. (Foto: Toini Lindroos)

Seit Monaten ist der Walliser Vize-Polizeichef suspendiert. Er soll die Tochter (damals 13) seiner Geliebten missbraucht haben, streitet aber alles ab. Jetzt spricht der Vater des Kindes exklusiv im BLICK. Er erhebt schwere Vorwürfe.

Alex Heinzen (45) schläft schlecht. Schon seit Wochen. Seit ihm Tochter Marisa* (heute 14) gesagt hat, dass sie missbraucht worden ist. Vom Freund ihrer Mutter, zweithöchster Polizist des Kanton Wallis, Franziskus Escher (56).

«Sie sagte mir mehrmals, dass er sie am Busen berührt habe, sobald Mama nicht schaute», so Heinzen. Escher soll dabei gesagt haben: «Das ist doch schön.»

Marisas Vater wirkt müde. Obwohl der Chemikant Stunden vorher noch in den Ferien am Ortasee war. «Ich musste nach Italien, weil mich die ganze Situation so belastet. Doch ich kam nicht zur Ruhe.»

Zu gross ist seine Angst, dass das Verfahren eingestellt wird und der Vize-Polizeichef bald in sein Amt zurückkehren kann. «Ich kämpfe dafür, dass die Wahrheit ans Licht kommt.» Dafür, dass seine Tochter auch den Untersuchungsbehörden sagt, was ihr der Geliebte der Mutter angetan habe.

Heinzen: «Ich merke, dass Marisa kippt. Sie hat Riesen-Angst. Ihre Mutter hat sie bearbeitet. Weil sie den Mann liebt. Man drängt meine Tochter, dass sie die Anzeige zurückzieht.»

Seine Ex-Frau Heidi* schirme seine Töchter vor ihm ab, so der verzweifelte Vater. «Ich wollte von meiner Tochter wissen, warum sie nicht kämpfen will. Sie sagte bloss, sie wolle, dass das alles aufhöre.»

Nach der Scheidung 2006 habe Heidi relativ bald eine Affäre mit Escher begonnen. «Meine Töchter haben mir lange erzählt, der neue Freund ihrer Mutter heisse Günthi.»

Doch Günthi heisst in Wahrheit Franz. Franziskus Escher, Vater von zwei Kindern, verheiratet, zweithöchster Polizist des Wallis.

«Die Beziehung ist ein ewiges Hin und Her. Franz machte immer wieder Schluss», weiss Alex Heinzen. «Einmal hat Heidi mir erzählt, wie glücklich sie sei. Sie schwärmte davon, wie sie und die Kinder mit Franz auf dem Sofa sitzen. Und dass er meiner Tochter dann den Rücken streichle. Da bin ich hellhörig geworden.»

Kurz darauf vertraut sich Marisa drei voneinander unabhängigen Personen an. Escher betatsche sie, sagt sie. Aber nur einer reicht Anzeige ein: der Schuldirektor.

Von den schweren Vorwürfen gegen Escher musste Alex Heinzen aus dem «Walliser Boten» erfahren. An die Untersuchungsakten kommt der besorgte Vater nicht, seine Ex-Frau hat das alleinige Sorgerecht. «Ich habe bei der Scheidung die Papiere einfach unterschrieben, weil ich von den Diskussionen genug hatte.» Heute weiss der 45-Jährige: «Das war ein Fehler. Ich hätte um meine Kinder kämpfen sollen.»

Der Vater zeigt Fotos von den letzten Sommerferien am Genfersee mit seinen zwei Töchtern und seiner Freundin Anny. Marisa, ein hübsches Mädchen mit langem, lockigem Haar, lächelt, doch ihre Augen wirken traurig. «Das ist nicht mehr meine Tochter», sagt Heinzen. Nicht die Marisa, die oft lache, Fussball spiele und Ski fahre.

Dass seine Tochter Probleme habe, merkte Heinzen bereits Anfang 2008 in den Ferien in Rom. «Sie ass nicht mehr, schlief schlecht. Einmal drosch sie grundlos auf einen Fussball ein. Minutenlang.» Auch äusserlich habe sich Marisa verändert, Fingernägel gebissen, ihre Unterarme aufgekratzt. «Ihre Lippen bluteten, weil sie dauernd darauf herumbiss. Marisa sagte mir nur: Das ewige Hin und Her zwischen ihrer Mutter und Franz belaste sie.» Als auch noch die schulischen Leistungen nachlassen, schickt ihr Vater sie zur Aufgabenhilfe. Diese meint, das Mädchen brauche einen Psychologen.

Marisa und ihre Mutter wollen nicht mit dem BLICK sprechen. Das richtet Anwältin Katja Schwery aus. Ob es stimme, dass sie die Untersuchung einstellen lassen wollen? «Kein Kommentar, solange die Untersuchung läuft.»

Der Vater leidet. «Da werden Dinge unter den Tisch gekehrt. Und die Mutter hält weiterhin zu ihrem Freund. Ich mache mir grosse Sorgen um meine Tochter. Dass der Polizist nicht bestraft wird. Und es dann wieder passiert.»

* Namen von der Redaktion geändert

Top 3

1 Das sagt der Mörder über seine Komplizin Patric Suter: «Das geschieht...bullet
2 «Sauhund!» So wird Mörder Guido S. beschimpftbullet
3 Ärger bei Bern Tourismus Kein Gratis-ÖV-Ticket für Touristenbullet

Schweiz