Von Islamisten versteckt? Jetzt redet F. (17) «Meine Familie will mich töten»

  • Publiziert: 30.04.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ann Guenter

Ihre Eltern behaupten, Islamisten hätten die Tochter (17) einer Gehirnwäsche unterzogen. Jetzt spricht F. selbst.

Verstecken Schweizer Islamisten die 17-jährige F.U.*? Hindern sie die junge Frau daran, ihre Eltern zu sehen? Hat der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) dem Mädchen eine Gehirnwäsche verpasst, die Bernerin sogar heimlich verheiratet?

Die Eltern von F. behaupten das in der «Weltwoche». «Ich will meine Tochter zurück», sagt Vater H., ein gebürtiger Kurde, der seit über 17 Jahren in der Schweiz als Techniker arbeitet.

Fakt ist: F. kehrt nach einem vom IZRS organisierten «Islamischen Treffen» in Disentis GR nicht mehr nach Hause zurück.

«Ich wollte nicht mehr heim. Denn seit ich zum Islam konvertierte, war es dort nur noch schrecklich», sagt F. In der kurdisch-alewitischen Familie gelte sie seit dem Übertritt als «Schande, als eine, die die Ehre der Familie beschmutzt», sagt sie.

«Mein Onkel sagte zu mir: ‹Ich bringe dich um, wenn ich dich mit dem Kopftuch in der Öffentlichkeit sehe.› Und mein Vater drohte: ‹Ich nehme dir das Kopftuch ab und knöpfe dich damit auf!›»

Als F. sich trotz aller Drohungen vom Islam nicht abwenden will, wird sie geschlagen. Ein Cousin würgt sie. «Der Tiefpunkt war, als sie mich drängten, meinen Cousin zu heiraten!» F. fühlt sich nirgendwo mehr sicher.

Im März beschliesst sie abzuhauen. «Ich rief meine Schwester an, sagte ihr, dass es mir gut gehe, dass sie nicht nach mir suchen sollen», so F.

Sie habe von sich aus die Kantonspolizei Bern und die Vormundschaftsbehörde Köniz verständigt, um die von den Eltern aufgegebene Vermisstmeldung zu entkräften.

Auch nachdem F. das Elternhaus verlassen hat, hören die Todesdrohungen nicht auf. «Blut wird fliessen!», hört sie etwa am Telefon.

F. will ihre Lehrstelle beim Bund antreten

Ihre Eltern will sie vorerst nicht sehen. «Wir telefonieren regelmässig. Das muss vorläufig reichen. Denn ich traue der Grossfamilie nicht.» Ihre Mutter vermisst F. sehr: «Ich lieb doch mis Mami!»

Heute wohnt F. in einem Zimmer in Bern. Alleine.

Ist die 17-Jährige denn nicht mit Naim Cherni (18), dem Generalsekretär des Islamischen Zentralrats, verheiratet worden? «Doch, wir haben nach islamischem Recht geheiratet», sagt sie. «Das ist eine kurze Zeremonie und nicht wirklich mit einer Hochzeit im schweizerischen Sinn zu vergleichen. Ich fühle mich mehr, als ob wir endlich Freund und Freundin sein dürfen.»

Denn als sie ihrem Vater von Naim erzählt hatte, «schlug er mir mit der Faust ins Gesicht!»

«Mein Glaube ist grösser als die Angst»

Im August wird F. ihre Lehrstelle beim Bund antreten. Sie freut sich sehr darauf.

Dass der Zentralrat sie einer Gehirnwäsche unterzogen haben soll, findet F. lächerlich. «Meine Familie kann sich einfach nicht mit meinem Glauben abfinden. Doch der ist grösser als meine Angst!»

* Name der Redaktion bekannt

FDP fordert Lauschangriff

Von Reza Rafi

Nicolas Blanchos Islamischer Zentralrat schreckt Politiker auf. Die FDP-Nationalräte Christian Lüscher und Philipp Müller nutzen als Erste die Gunst der Stunde. Mit der Baselbieter Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro fordern sie drei Massnahmen:
  • Predigten ausschliesslich in einer Landessprache.

  • Alle Glaubensschriften in der Schweiz müssen in eine Landessprache übersetzt sein.

  • Moscheen sollen für jedermann zugänglich sein.

Ausserdem soll der Bundesrat das Gesetz zur Wahrung der inneren Sicherheit rasch revidieren. Die Staatssicherheit brauche «griffige Massnahmen zur Überwachung von Religionsstätten», sagte Müller. Möglichkeiten der Informationsbeschaffung sollen gestärkt, Post-, Mail- und Telefonüberwachung ermöglicht werden.

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür ist skeptisch. Er könne die Verunsicherung in der Bevölkerung und den Ruf nach Massnahmen verstehen, sagt er zu BLICK. «Doch der Islamische Zentralrat betreibt seine Propaganda in aller Öffentlichkeit. Verstärkte Überwachung halte ich da für das falsche Mittel.»

Sinnvoll sei aber, wenn die Schweiz ausländische Imame besser kontrolliere. «Wenn eine Organisation aber konspirativ aktiv wird und Kontakte mit ausländischen Terrorgruppen aufnimmt, reicht die heutige Gesetzeslage für eine wirkungsvolle Bekämpfung aus», sagt Thür.

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