Kiosk-Räuber von Burgdorf geschnappt «Mein Albtraum geht weiter»

Rebekka B. ist eines der Opfer der Kioskräuber von Burgdorf BE. Die junge Mutter leidet bis heute.

  • Publiziert: 06.08.2012
  • Von Tobias Winterberg
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Für BLICK kehrte  Rebekka B. an den Tatort in Burgdorf zurück.

(Peter Gerber/BLICK)

Es war ein Moment, der ihr Leben für immer veränderte. Rebekka B.* (29) wurde in ihrem Kiosk in Burgdorf BE von zwei ganz brutalen Räubern überfallen. «Ich kann das nicht ver­gessen!», sagt sie.

Die Kantonspolizei Bern hat am letzten Donnerstag einen Ermittlungserfolg vermeldet: Ein Venezolaner (18) und ein Schweizer thailändischer Herkunft (19) gestanden vier Kiosk­über­fälle.

Die Gangster hatten bei ihrem letzten Verbrechen eine Kioskfrau mit Messerstichen und Fusstritten lebensgefährlich verletzt (BLICK berichtete). Das Opfer überlebte nur knapp und trug bleibende Schäden am Auge davon.

Auch die zweifache Mutter Rebekka B. war vom Räuberduo heimgesucht worden. «Es war im Mai 2011 an einem Donnerstag, gegen halb vier», sagt sie.

Ihr Mann besuchte sie wie jeden Tag nach Feierabend im Kiosk. Auch er konnte nicht verhindern, was in den nächsten Minuten geschah. «Ich hörte die Tür zum Verkaufsraum aufspringen. Sekunden später standen uns zwei vermummte Männer gegenüber. Beide waren mit Messern bewaffnet», erzählt Rebekka B.

«Die Räuber schrien: «Überfall!» Der eine bedrohte uns mit dem Messer, der andere leerte die Kasse. Ich schrie laut um Hilfe und hoffte, dass mich jemand im benachbarten Restaurant hören kann. Doch meine Schreie hörte niemand. Ich hatte Todesangst und dachte nur noch an meine beiden Kinder.»

Mit mehreren Hundert Franken Beute flüchteten die Räuber. «Das Ganze dauerte nur kurz», sagt Rebekka B. «Aber für mich fühlte es sich an wie eine Ewigkeit.»

Nach dem Überfall habe sie stark sein wollen und noch einen Monat am Kiosk gearbeitet. Dann musste sie ihren Job aufgeben. «Die Bilder lies­sen mich nicht los. Ich habe bis heute regelmässig Flashbacks, in denen ich den ganzen Horror immer wieder durchlebe, und nachts höre ich plötzlich die Tür wieder aufspringen! Mein Albtraum geht weiter», sagt Rebekka B.

Zur Bewältigung des Erlebten ist sie noch immer auf Medikamente angewiesen.

Etwas Kraft gibt ihr nun die Gewissheit, dass die Täter hinter Schloss und Riegel sitzen und geständig sind. «Es fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich von der Verhaftung hörte», sagt sie.

Trotzdem leidet die Bernerin weiter. «Bis heute nehme ich Umwege in Kauf, um nicht am Tatort vorbeifahren zu müssen. Und auch die Vorstellung, wieder in einem Kiosk zu arbeiten, ist für mich fürchterlich.»

* Name der Redaktion bekannt 

Beliebteste Kommentare

  • Henri  Burri
    Man kann sagen was man will. Die Grenzen schliessen und wir wissen wieder, wer bei uns herum geistert. Das sind die Folgen einer falsch verstandenen Globalisierung.
  • josef  , wien
    Leider kommt das auf der ganzen Welt vor. Durch dieses Verbrechen musste Frau Rebekka ihren Job aufgeben! Es ist zu hoffen dass ihr das Arbeitsamt einen weniger gefährlichen Job mit guten Verdienstmöglichkeiten anbietet. Mfg.

Alle Kommentare (4)

  • Henri  Burri
    Man kann sagen was man will. Die Grenzen schliessen und wir wissen wieder, wer bei uns herum geistert. Das sind die Folgen einer falsch verstandenen Globalisierung.
    • Otto  Meier , Frutigen
      Genau !! Grenzen zu und rein in die Gummistiefel... wie vor 100 Jahren, gell? Back to the roots... oder zurück auf`s Feld. Toller Kommentar Herr Burri ! Wenn Grenzen zu, dann aber nach beiden Seiten, damit auch das Ausland weiss wer bei denen rumgeistert.
      • 07.08.2012
      • als Kommentar auf Henri  Burri
      • 10
      • 43
  • Manfred  Schnyder , Wanzwil
    Für die Angestellte absolut,schrecklich. Aber es ist auch die Frage erlaubt,wer die Untersuchung leitet. Ich hoffe, nicht die Person die wiederum den Täter hilft und dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen hat.
    • 06.08.2012
    • 55
    • 3
  • josef  , wien
    Leider kommt das auf der ganzen Welt vor. Durch dieses Verbrechen musste Frau Rebekka ihren Job aufgeben! Es ist zu hoffen dass ihr das Arbeitsamt einen weniger gefährlichen Job mit guten Verdienstmöglichkeiten anbietet. Mfg.

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