Verbot Langenthaler Erotikmesse erleidet schwere Schlappe

  • Publiziert: 15.03.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

LANGENTHAL BE – Die für Mitte April geplante Erotikmesse «Amor» erhitzt seit Tagen die Langenthaler Gemüter. Nun macht der Gemeinderat den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.

Der zuständige Regierungsstatthalter erteilte zwar die nötigen Bewilligungen für Alkoholausschank und Striptease, doch jetzt wird die Durchführung der Erotikmesse «Amor» in der gemeindeeigenen Markthalle und anderen städtischen Liegenschaften in Langenthal verboten.

Hinter dem Verbot steckt der Langenthaler Gemeinderat. Der Regierungsstatthalter und die mit der Sache befassten Verwaltungseinheiten seien einfach ihren Aufgaben nachgekommen, heisst es in einer Mitteilung.

Der Gemeinderat sieht sich gemäss Stadtverfassung in der politischen Verantwortung für das gesamte Verwaltungshandeln der Stadt. In dieser Funktion will er «aus naheliegenden Gründen» nicht, dass derartige Veranstaltungen in der Markthalle oder anderen städtischen Liegenschaften und Anlagen durchgeführt werden.

«Virtuose in der Hose» enttäuscht

J. P. Love, Erotikstar und Pressesprecher von «Amor», ist über das Verbot bitter enttäuscht: «Das ist für mich völlig unverständlich. Wir haben Geld investiert und Künstler gebucht, auch die Umfragen in der Bevölkerung waren allesamt positiv.»

Mit Politikern habe er nie Kontakt gehabt, so der selbsternannte «Virtuose in der Hose» zu Blick.ch. Ein Fehler? Fest steht: Politiker hatten sich über den geplanten Anlass entrüstet. Und allen voran die EVP forderte ein Verbot.

Widerstand gegen Live-Sex in Bern

Die Erotikmesse fand 2007 in Bern statt. Auch dort gab es Widerstand gegen den Anlass. Vor allem die sogenannten «Shows», bei denen explizit harter Live-Sex versprochen wurde, brachten die Sittenwächter in Bern auf die Barrikaden. (SDA/zeb)

play «Amor»-Pressesprecher J. P. Love: «Die Umfragen in der Bevölkerung waren allesamt positiv.»

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